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Frauen in den Wechseljahren, die ihre Hormontherapie als Tablette einnehmen, müssen mit einem leicht erhöhten Risiko für venöse Thrombosen rechnen – so das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Dänemark. Entwarnung gibt es für Pflaster, Gels und Sprays. Ebenfalls untersucht wurde das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.
Forscher um die Ärztin Julie Berggreen werteten Gesundheitsdaten von 2003 bis 2021 von mehr als einer Million Frauen zwischen 50 und 69 Jahren aus. Frauen, die wegen Wechseljahresbeschwerden Östrogen-Tabletten einnahmen, hatten im Schnitt ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen im Vergleich zu Frauen, die solche Tabletten nicht einnahmen. Das Ergebnis bestand unabhängig von Dosis und Einnahmedauer.
Zur Einordnung: Da Thrombosen insgesamt selten sind, entspricht dieser Anstieg rechnerisch etwa einem zusätzlichen Fall pro 1.055 Frauen pro Jahr.
Bei einer Venenthrombose blockiert ein Blutgerinnsel den Blutfluss in einer Vene. Dies kann lebensbedrohlich sein. Als Grund wird vermutet, dass die Tabletten bei der Leberpassage die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren anregen.
Höhere Dosen erhöhten Gefäßrisiko
Bei Östradiol-Tabletten mit bis zu 1 Milligramm täglich zeigte sich zwar ein erhöhtes Thrombose-Risiko, jedoch kein zusätzliches Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wurden mehr als 1 Milligramm pro Tag länger als ein Jahr eingenommen, stieg das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Nach mehr als fünf Jahren lag dieses Risiko etwa 80 Prozent höher als bei Frauen ohne Hormontherapie.
Mehr zum ThemaThrombose-Risiko: Entwarnung für Pflaster
Entwarnung gaben die Forscher für über die Haut aufgenommenes Östrogen. Pflaster, Gels und Sprays umgehen die Leber. Dadurch beeinflussen sie die Blutgerinnung weniger und erhöhen auch das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte nicht.
Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, konnten wichtige individuelle Einflussfaktoren wie das Körpergewicht (BMI) und der Raucherstatus mangels Registerdaten nicht berücksichtigt werden. Zudem wurde überwiegend modernes Östradiol untersucht. Die Ergebnisse sind somit nicht auf alle anderen Hormonpräparate übertragbar.