Was wird innen geboten?
Für ein Kompakt-SUV hat der Atto 3 Evo einen weitläufigen Passagierraum mit reichlich Platz für die ganze Familie. Die Vordersitze sind angenehm gepolstert, die Beinauflagen aber ein wenig kurz. Hinten hat man gute Beinfreiheit und bekommt die Füße auch unter die Stühle der ersten Reihe. Das Kofferraumvolumen im Heck ist auf ordentliche, wenn auch nicht enorme 490 bis 1.360 Liter gestiegen, beim Umlegen der Fondbank entsteht eine Stufe. Dazu kommt aber ein gänzlich neuer, großzügiger 101-Liter-Frunk unter der Fronthaube.
Das bislang verspielte Innendesign ist jetzt reduzierter und wirkt viel moderner. Deutlich ist auch der Qualitätssprung bei den Materialien, mit angenehmer Soft-Touch-Haptik und feschen Ziernähten sind sie nun ziemlich hochwertig. Unkonventionelle Details gibt es weiterhin, sie sind aber dezenter geworden, etwa der barocke Schwung im Armaturenbrett, die aufgefächerten Lüftungsdüsen und die Gummibänder für Gitarristen in den Türfächern. Auffällig bleibt nur die schräge Kombination aus Lautsprecher und Türöffner.
Den Schlüssel in der Tasche erkennt der Atto 3 Evo automatisch, zum Öffnen und Schließen des Autos ist aber ein kleiner Knopf auf der Türschnalle zu drücken. Das Losfahren ist wunderbar unkompliziert, es muss kein Startknopf betätigt, sondern nur der ergonomisch ideale Gangwahlhebel hinter dem Lenkrad auf D oder R gezogen werden. Beim Abstellen verlangt das System dann einen Knopfdruck extra. Die inneren Türöffner sind ergonomisch nicht ideal, man gewöhnt sich aber. Ablagemöglichkeiten sind im Innenraum ausreichend vorhanden.
Der Fahrer hat vor sich ein 8,8-Zoll-Informationsdisplay, das auf logische Art mit der Lenkradfernbedienung interagiert. Für die Kompakt-SUV-Klasse ist das 15,6-Zoll-Multimediasystem im Zentrum überdurchschnittlich groß, schnell und gut. Durch die Integration von Google Automotive Systems ist der gesamte Google-Kosmos mit Navigation, Playstore und Sprachassistent direkt im Fahrzeug – und vor allem Google Maps und Google Assistant sind aktuell bestmögliche Lösungen für Autofahrer. Zur Nutzung muss man eine SIM-Karte hinterlegen, BYD bietet kostengünstige Varianten für entsprechendes Datenvolumen. Alternative ist weiter die Einbindung von Android Auto und Apple CarPlay über das Mobiltelefon. Für dessen Akku gibt es ein zentral im Fahrzeug platziertes und leistungsstarkes 50-Watt-Ladepad inklusive Kühlung. Die Bedienung des Multimediasystems ist logisch und weitgehend auch unkompliziert, ein paar Schritte extra geht man nur bei Details wie der Sitz- und Lenkradheizung oder dem Wechsel zwischen Android Auto/Apple CarPlay und dem Fahrzeugsystem. Hier kann man teilweise über den Sprachassistenten beschleunigen. Das Soundsystem ist im Atto 3 Evo außergewöhnlich gut, weitere Feinheiten aus höheren Klassen sind das Head-Up-Display und die beheizbaren Rücksitze.
Wie ist der Atto 3 Evo technisch aufgestellt?
Das 2026 aufgelegte Modell ein völlig neues und technisch eindrucksvolles Auto. Aus dem Frontantrieb ist wahlweise Heck- oder Allradantrieb geworden. Die bisher pragmatische 204-PS-Leistung ist auf 313 PS beim Heckmotormodell und 449 PS beim Allradmodell gestiegen. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 5,5 beziehungsweise 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 beziehungsweise 200 km/h. Die Hinterradaufhängung wurde auf ein Fünflenker-System umgestellt.
Die hauseigene Batterie bleibt bei der kostengünstigeren, aber langlebigen Lithium-Eisenphosphat-Chemie, durch die Cell-to-Body-Konstruktion sind Zellen nun aber in die Karosseriestruktur eingebunden, was Vorteile für Steifigkeit und Raumausnutzung hat. Die Batteriekapazität steigt auf 74,8 kWh, die WLTP-Reichweite beträgt 510 Kilometer beziehungsweise 470 Kilometer. Durch die – auch bei Premiummarken erst schön langsam einziehende – 800-Volt-Architektur ist schnelles DC-Laden mit bis zu 220 kW möglich, der Atto 3 Evo kommt unter Idealbedingungen in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand. Das setzt Maßstäbe im Kompakt-SUV-Segment. Ganz vorne dabei ist das BYD-Kompakt-SUV auch mit der Anhängelast von 1.500 Kilo. Durch bidirektionales Laden (V2L) können spontan E-Bikes aufgeladen und Griller betrieben werden.