

Fotos ÖBB | Hummel.
Die ÖBB-Personenverkehr AG setzt einen weiteren wichtigen Schritt zur Modernisierung und Dekarbonisierung des Bahnverkehrs in Niederösterreich. Sieben hochmoderne und umweltfreundliche Akkutriebzüge der Firma Stadler werden für die Fahrgäste auf den nicht elektrifizierten Strecken Niederösterreichs – wie zum Beispiel der Kamptalbahn oder der Erlauftalbahn – bestellt.
Die neuen ÖBB Cityjets vom Typ Flirt Akku werden im Laufe des Jahres 2028 eingeliefert und sollen ab Fahrplanjahr 2029 die bestehenden Dieseltriebwägen ersetzen. Damit schließen sie an den ersten Abruf von 16 Akkutriebzügen an. So profitieren Fahrgäste künftig von einem deutlich leiseren, komfortableren und umweltfreundlicheren Bahnangebot in Niederösterreich.
Mobilitätsminister Peter Hanke, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Udo Landbauer stellen gemeinsam die Finanzierung für sieben weitere Akkutriebzüge auf Niederösterreichs Regionalbahnen sicher. Die zusätzlichen Cityjets des Typs FLIRT Akku werden im Zuge eines Rahmenvertrags von der ÖBB bei Stadler Rail bestellt. Die Fahrzeuginvestition beträgt rund 63 Millionen Euro und erfolgt durch die ÖBB-Personenverkehr AG. Der Bund übernimmt rund 70 Prozent der Kosten der Verkehrsdienste, das Land Niederösterreich rund 30 Prozent.
Rahmenvertrag mit Stadler
Bereits im Juli 2023 schloss die ÖBB-Personenverkehr AG einen Rahmenvertrag mit dem Hersteller Stadler über die Lieferung von bis zu 120 Cityjet Akkutriebzügen ab. Dieser Rahmen bildet die Grundlage für die sukzessive Erneuerung der Regionalflotte und führt mit dem zweiten Abruf die Modernisierungsstrategie konsequent fort.
«Der FLIRT Akku zeigt, wie moderne Technologie und nachhaltige Mobilität Hand in Hand gehen. Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der ÖBB und dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit fortführen können», sagt Ansgar Brockmeyer, Leiter der Division Marketing & Sales von Stadler.
Umweltfreundliche Mobilität für Niederösterreich
Die neuen Züge fahren teilweise mit Strom aus der Oberleitung und teilweise mit Energie aus leistungsstarken Batterien. Während der Fahrt unter einer Stromleitung sowie während der Wendezeit in Endbahnhöfen werden die Batterien aufgeladen. Auf Strecken ohne Oberleitung fahren die Züge dann rein elektrisch mit der gespeicherten Energie.
So tragen die Cityjet Akkutriebzüge maßgeblich zur Reduktion der CO₂-Emissionen im Bahnverkehr bei, indem sie die bestehende Dieselflotte auf nicht elektrifizierten Nebenbahnen ersetzen. Im Vergleich zur dann ausgemusterten Flotte werden durch den zweiten Abruf bis zu 500.000 Liter Diesel pro Jahr eingespart. Das reduziert den CO₂-Ausstoß um rund 1.200 Tonnen jährlich.
Komfort und Effizienz für Pendler:innen
Die dreiteiligen Cityjet Akkutriebzüge bieten über 160 Sitzplätze, niveaugleiche barrierefreie Einstiege, Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Kinderwägen und Rollstühle sowie ein barrierefreies WC. Komfortpunkte wie ergonomische Sitze, Steckdosen und USB-C-Anschlüsse, Infomonitore mit modernem Fahrgastinformationssystem und großzügige Ablageflächen unterstreichen den modernen Standard dieser Fahrzeuge.
Mobilitätsminister Peter Hanke sieht in der Investition eine massive Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum: „Mit dieser Investition steigern wir den Fahrkomfort auf den Regionalbahnen erheblich und dekarbonisieren Schritt für Schritt den Regionalverkehr. Der Betrieb mit Akku-Zügen anstelle von Dieseltriebwagen reduziert den CO2-Ausstoß pro Jahr um rund 1.200 Tonnen und spart eine halbe Million Liter Diesel ein. Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Land Niederösterreich diese wichtige Finanzierung auf den Weg bringen konnten.“ Das Mobilitätsministerium leistet damit einen relevanten Beitrag, die Daseinsvorsorge im ländlichen Gebiet in Niederösterreich sicherzustellen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Mit den neuen Akkutriebzügen investieren wir in moderne, regionale und klimafreundliche Mobilität im Zentralraum Richtung Krems und Kamptal sowie ins Mostviertel auf die Erlauftalbahn. Gerade für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das mehr Komfort, mehr Verlässlichkeit und eine zeitgemäße Verbindung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Gleichzeitig stärken wir damit auch den Tourismus im Kamptal, Krems und dem Erlauftal, denn attraktive Bahnverbindungen machen unsere Ausflugs- und Urlaubsregionen noch besser erreichbar. Moderne Züge, bessere Qualität und klimafreundlicher Verkehr – das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Niederösterreich als starken Lebens-, Arbeits- und Tourismusstandort weiter zu stärken.“
Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer betont: „Mit der Erweiterung der Akku-Zug-Flotte bekennen wir uns ganz klar zu unseren Regionalbahnen. Die neuen, zusätzlichen sieben Fahrzeuge, die künftig auf der Strecke der Erlauftalbahn eingesetzt werden, lösen die bis zu 40 Jahre alten, nicht barrierefreien Dieseltriebwägen ab. Wir setzen damit einen weiteren Meilenstein für einen modernen öffentlichen Verkehr für die gesamte Region und steigern so die Lebensqualität unserer Landsleute maßgeblich. Mit dem Einsatz der bis 2029 insgesamt 23 neuen Akkutrieb-Züge, katapultieren wir den Nahverkehr in Niederösterreich in eine neue Ära.“
Pressemeldung ÖBB, Stadler, Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur