TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Norfolk (USA) – Sie riskierten ihr Leben – und retteten so viele andere vor dem Tod: Eine Gruppe Studenten hat am Donnerstag einen islamistischen Terroristen an der Old-Dominion-Universität in Norfolk überwältigt. Einer der Studenten erstach den Anhänger des Islamischen Staats (IS) Medienberichten zufolge mit einem Messer.
FBI-Vertreterin Dominique Evans sagte später auf einer Pressekonferenz, der Angreifer sei von den Hochschülern „überwältigt und getötet“ worden. „Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll, aber es ist ihnen gelungen, die Bedrohung auszuschalten“, so Evans. FBI-Chef Kash Patel (46) sagte, der Terrorist habe „dank einer Gruppe mutiger Hochschüler gestoppt werden können“. Das habe „zweifellos Leben gerettet“.
Terrorist erschoss den Dozenten des Uni-Kurses
Laut „New York Post“ war der Angreifer namens Mohamed Bailor Jalloh (36) am Donnerstag in einen Unterrichtsraum der Universität im Bundesstaat Virginia gestürmt. Dabei soll er gefragt haben, ob es sich um einen Ausbildungskurs für Reserveoffiziere handelte. Als ihm das bestätigt wurde, soll er das Feuer eröffnet und den Dozenten, Oberstleutnant Brandon A. Shah, getötet haben. Dabei rief er laut FBI „Allahu akbar“ (deutsch: Gott ist am größten). Zwei Studenten verletzte Jalloh, einer davon befindet sich in kritischem Zustand.

Oberstleutnant Brandon A. Shah wurde bei dem Terror-Anschlag ermordet
Foto: Old Dominion University
Jalloh wollte schon einmal einen Anschlag verüben
Laut Evans versuchte er, einen „Terror-Anschlag ähnlich zu dem in Fort Hood, Texas“ zu verüben. Im November 2009 waren bei einem Angriff in Fort Hood zwölf Soldaten und ein Zivilist erschossen sowie 30 Soldaten verletzt worden. Der damalige Täter, Armeepsychiater Nidal Hasan, feuerte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen Muslime führten.

Die Polizei bringt nach dem Terrorangriff auf dem Campus mehrere Menschen in Sicherheit
Foto: AP
Der Angreifer von Norfolk hatte sich 2016 schuldig bekannt, dem IS helfen zu wollen – und war zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Damals hatte die Terror-Miliz den radikalisierten Ex-Soldaten zu einem Anschlag angestiftet. Jalloh wiederum versuchte, dem IS 500 Dollar zu spenden. Außerdem kaufte er damals ein Sturmgewehr für seinen Mordplan. Einen Tag später wurde er festgenommen. Schon damals sagte Jalloh gegenüber Ermittlern, dass er sich von dem Anschlag in Fort Hood inspiriert gefühlt habe. Jetzt setzte er seinen Terror-Plan in die Realität um – nachdem er offenbar vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden war.