Die präventive Gabe von Statinen bei älteren Erwachsenen war in der Medizin über Jahre hinweg Gegenstand offener Fragen. Differenzierte Daten liefert dazu die STAREE-Studie unter der Leitung von Professorin Sophia Zoungas von der Monash University in Melbourne.

Die Untersuchung widmete sich dem gezielten Einsatz von täglich 40 mg Atorvastatin bei über 70-jährigen Personen, bei denen weder Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch Diabetes oder Demenz vorlagen.

Die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellte und publizierte Forschungsarbeit verzeichnete unter der Statinbehandlung eine Senkung der Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe unter Placebo.

Studiendesign und kardiovaskuläre Effekte

An der Untersuchung beteiligten sich 9.971 Probanden, die im Verhältnis eins zu eins auf die beiden Studienarme aufgeteilt wurden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 74,7 Jahren, wobei 52 Prozent der Gruppe Frauen waren und über 40 Prozent ein Alter von mindestens 75 Jahren aufwiesen. Die mediane Nachbeobachtungszeit der Kohorte erstreckte sich über 5,9 Jahre.

Trotz des festgestellten Rückgangs bei kardiovaskulären Ereignissen zeigte die Statin-Gabe in anderen relevanten Endpunkten keinen messbaren Effekt. Bei Parametern wie Tod, Demenz oder dem Überleben ohne dauerhafte körperliche Behinderung konnte kein signifikanter Unterschied zwischen der Atorvastatin- und der Placebogruppe nachgewiesen werden.

Nebenwirkungsprofil und wissenschaftliche Einordnung

Hinsichtlich der Verträglichkeit traten muskel-, leber- und diabetesbedingte Nebenwirkungen unter Atorvastatin häufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Die Quote schwerwiegender unerwünschter Ereignisse lag hingegen in beiden Gruppen gleichermaßen bei 2,7 Prozent der Teilnehmenden.

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Die STAREE-Studie zeigt bei über 70-Jährigen ohne Vorerkrankung eine Senkung schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent — doch Tod, Demenz und behinderungsfreies Überleben blieben unbeeinflusst, und Muskel-, Leber- sowie diabetesbezogene Nebenwirkungen traten häufiger auf. Wie Sie daraus eine belastbare Verordnungsentscheidung ableiten, zeigt Ihnen unser kostenloser Praxisleitfaden in klaren Schritten. Kostenlosen Praxisleitfaden zur Statin-Therapie ab 70 anfordern

Sophia Zoungas, die auch für das George Institute for Global Health tätig ist, verwies auf die bis dato bestehende Unsicherheit bezüglich der Therapie in dieser Altersklasse. Die Klärung grundlegender Fragen zu einem gesunden langen Leben sei zu einer universellen Notwendigkeit geworden.

Vor diesem Hintergrund äußerte die Forscherin die Hoffnung auf entsprechend aktualisierte Behandlungsleitlinien. Zwar stand eine vollständige Analyse aller Studiendaten zuletzt noch aus, die bisherigen Befunde untermauern jedoch den Nutzen in der reinen Prävention kardiovaskulärer Vorfälle.

Relevanz für die Praxis und Verordnungszahlen

Für die klinische Anwendung mahnen Fachleute zur Differenzierung. Dr. Rick Lange vom Texas Tech Health El Paso sprach sich für eine personalisierte Verschreibung sowie eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen medizinischem Fachpersonal und Patienten aus, da Betroffene in dieser Altersgruppe häufig an anderen Ursachen als kardiovaskulären Vorfällen versterben.

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Wie weitreichend die Debatte um Statin-Therapien ist, belegen internationale Versorgungsdaten: In Großbritannien nehmen Schätzungen zufolge zwischen 7 und 8 Millionen Erwachsene entsprechende Präparate ein. Für England bezifferte das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) die Zahl der Behandelten im Zeitraum 2023/24 auf rund 5,3 Millionen Menschen.


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