Mit 13 Jahren spielen manche Jugendliche Fußball, üben sich an einem Instrument oder eifern ihren Influencer-Vorbildern in den sozialen Medien nach. Philipp Hammerer aus Königsmoos hingegen hat mit 13 Jahren eine Geschäftsidee und bastelt fortan an einem Businessplan, um sie in die Tat umzusetzen. Heute, mit 17 Jahren noch immer minderjährig, betreibt der ehemalige Realschüler eine Ausbildungsplattform, die Unternehmen dabei hilft, die passenden Auszubildenden zu finden und Jugendlichen die Bewerbung erleichtert. Am Montag, 16. März, sucht er in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ einen Investor, um mit seiner Idee so richtig durchstarten zu können.

Philipp Hammerer wollte schon als kleiner Junge einmal sein eigenes Unternehmen gründen

Bei einem Besuch seiner Familie in Untermaxfeld bestätigt sich schnell, dass es sich bei Philipp um einen außergewöhnlichen Teenager handelt. Großgewachsen, fester Händedruck und ein fokussierter Blick – lediglich die Zahnspange und sein jungenhaftes Gesicht deuten darauf hin, dass Philipp nach Gesetzeslage noch gar kein Geschäft führen darf. „Ich wollte schon immer Gründer sein und habe schon im Kindergarten gesagt: Ich werde mal Chef“, sagt der 17-Jährige, der derzeit bei Audi seine eigene Ausbildung zum Mechatroniker absolviert.

Schon früh geistern Ideen dafür durch den Kopf des leidenschaftlichen Problemlösers, während eines Familienurlaubs zündet eine davon. Seine Mutter Christina erzählt ihm, wie schwer es ihrem Arbeitgeber, einer Molkerei, fällt, für mögliche Auszubildende sichtbar zu sein. „Das müsste für alle viel leichter sein“, denkt er und macht sich an die Arbeit.

Philipp Hammerer und seine Mutter Christina in ihrem Wohnzimmer im Königsmooser Ortsteil Untermaxfeld. Christina Hammerer hat ihren Sohn auch in die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ begleitet.

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Philipp Hammerer und seine Mutter Christina in ihrem Wohnzimmer im Königsmooser Ortsteil Untermaxfeld. Christina Hammerer hat ihren Sohn auch in die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ begleitet.
Foto: Florian Lang

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Philipp Hammerer und seine Mutter Christina in ihrem Wohnzimmer im Königsmooser Ortsteil Untermaxfeld. Christina Hammerer hat ihren Sohn auch in die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ begleitet.
Foto: Florian Lang

Schon während Corona hat sich Philipp das Programmieren von Websites selbst beigebracht, die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz verhilft ihm bei seinem Plan zum Durchbruch. Heute betreibt er das Ausbildungsportal „Jimmy“, das die Lücke zwischen Unternehmen und jungen Menschen schließen soll. „Die Jugendlichen führen mit dem Chatbot Jimmy ein kurzes Interview, um ihre Interessen und Stärken abzufragen. Unternehmen geben an, welches Profil sie bei Bewerbern suchen und können dann sehen, bei wem es die größten Überschneidungen gibt“, erklärt Philipp das grundlegende Prinzip.

Der Vorteil für zukünftige Auszubildende: Sie sparen sich Arbeit an seitenlangen Bewerbungen und entdecken auch Berufe, die ihnen nicht in den Sinn gekommen wären. Währenddessen sehen Unternehmen, welche Bewerber am besten zu ihren Bedürfnissen passen und können mögliche Praktikanten und Auszubildende direkt ansprechen. „Das kehrt den Bewerbungsprozess praktisch um“, sagt Philipp, das passe viel besser zu den aktuellen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein Unternehmen zu gründen, ist für den damals 15-Jährigen aber gar nicht so leicht, wie sich herausstellen sollte. Geschäftsführer darf er erst mit 18 Jahren sein, bis dahin führt Mutter Christina. „Ich brauchte das Einverständnis meiner Eltern und eine Empfehlung der Schule, musste einen Businessplan ans Amtsgericht schicken. Mit der ganzen Bürokratie macht es Deutschland einem nicht leicht“, sagt Philipp. Aktuell hat er die Erlaubnis, im Familienbetrieb mitzuarbeiten, mit 18 Jahren übernimmt er die Geschäftsführung und auch die Unternehmensanteile.

Philipp Hammerer bewirbt sich bei „Die Höhle der Löwen“ und darf die Idee im TV vorstellen

Um weiterzuwachsen, braucht Philipp schließlich einen Investor. Halb im Spaß rät ihm Mutter Christina dazu, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben. Im Format des TV-Senders Vox stellen Gründer ihre Geschäftsideen erfolgreichen Investoren wie Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen und Ralf Dümmel vor. Im Idealfall überzeugt die Idee und es gibt einen Deal, bei dem die Investoren Unternehmensanteile kaufen.

„Es gab zuvor mehrere Bewerbungsrunden, etwa ein Video, ein kurzer Elevator-Pitch am Telefon und schließlich wurde ich in die Show in Köln eingeladen“, erzählt Philipp. Dort tritt er beim sogenannten Battle-Pitch gegen einen anderen Gründer an. Beide haben zunächst 60 Sekunden Zeit, um mit ihrer Idee zu überzeugen und sie im Anschluss in voller Länge vorstellen zu dürfen. Die Dreharbeiten fanden vor einigen Monaten statt, da war Philipp noch 16.

„In den Tagen davor war ich schon sehr aufgeregt. Aber sobald es losging, war die Nervosität verfolgen und ich habe einfach mein Ding durchgezogen“, so der selbstbewusste Teenager. „Philipp war schon immer wahnsinnig charakterstark und ließ sich von nichts abbringen, von dem er überzeugt war. Es ist unglaublich, was er schon erreicht hat“, sagt seine stolze Mama.

Ob es für Philipps Geschäftsidee bei „Die Höhle der Löwen“ gereicht hat und er sich einen Deal sichern konnte, ist am Montag, 16. März, ab 20.15 Uhr auf dem Sender Vox zu sehen. Doch so viel sei verraten: Philipps Idee sorgt beim Battle-Pitch gegen Gründerkollege Chris für Aufsehen und macht den Investoren die Entscheidung äußerst schwer.

Florian Lang

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