In ganz Österreich blieben auf den schneeglatten Fahrbahnen Lkw hängen und blockierten Straßen, dazu kamen Unfälle. Österreichweit waren 13.000 Feuerwehrleute im Einsatz. In mehreren Regionen kam es zu Stromausfällen.

Am Schwechater Flughafen sind seit 12 Uhr wieder einzelne Starts möglich, seit 13 Uhr auch wieder Landungen, heißt es vom Airport nach den Sperren wegen des starken Schneefalls – wir berichteten:

Flugbetrieb in Schwechat wieder aufgenommen

Flughafen

Aufgrund der Sperre fielen 150 Flüge aus. Die Austrian Airlines (AUA) mussten rund 100 Verbindungen streichen. Zahlreiche Flüge, vor allem Langstreckenverbindungen nach Schwechat, wurden auf umliegende Airports umgeleitet.

„Rund 13.000 Passagiere waren davon betroffen“, teilte das Unternehmen mit. Für Freitag wurden weitere Verspätungen erwartet, „auch weitere Flugstreichungen sind nicht gänzlich ausgeschlossen“, hieß es.

20 Zentimeter Schnee am Airport Wien

„Wir empfehlen Reisenden, sich bei ihren Fluglinien über den Status ihrer gebuchten Flüge zu informieren“, sagte Kleemann. Wenn Verbindungen abgesagt wurden, „ersuchen wir Passagiere, nicht zum Airport zu kommen“.

Rund 20 Zentimeter Schneehöhe wurden auf dem Flughafen verzeichnet. Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend „durchgehend im Einsatz“ – rund 200 Mitarbeiter und über 100 Fahrzeuge sind seitdem mit Räumung und Enteisung beschäftigt. Etwa 1.000 Lkw-Fuhren mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee wurden innerhalb von zwölf Stunden beseitigt.

In Wien gab es bis Freitagfrüh bei der Hohen Warte 17 Zentimeter Neuschnee, in St. Pölten waren es 18 Zentimeter in den vergangenen 24 Stunden. Die Wiener Außenring Autobahn (A21) in Niederösterreich war mehrere Stunden lang gesperrt.

Toter bei Unfall mit Räumfahrzeug in Linz

In Linz kam es im Stadtteil Ebelsberg zu einem tödlichen Unfall mit einem Räumfahrzeug. Ein Winterdienstmitarbeiter wurde von einem über Stufen rutschenden Schneepflug überrollt und überlebte den Unfall nicht – mehr dazu im Artikel hier.

Im gesamten Bundesgebiet blieben auf den schneeglatten Fahrbahnen auf vielen Abschnitten Schwerfahrzeuge hängen und blockierten die Straßen, dazu kamen Unfälle.

Von Kärnten bis nach Niederösterreich waren etliche Verbindungen nicht befahrbar, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung. Geraten wurde, nicht notwendige Wege auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Zahlreiche Verkehrsbehinderungen und Sperren

Auf den schneeglatten Fahrbahnen blieben auf vielen Abschnitten Schwerfahrzeuge hängen und blockierten die Straßen, dazu kamen Unfälle. Etliche Verbindungen waren nicht befahrbar, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung. Geraten wurde, nicht notwendige Wege auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Starke Schneefälle: 600 Räum- und Streufahrzeuge im Dauereinsatz

Wintereinbruch in NÖ

Auf der Westautobahn (A1) waren zwischen Loosdorf (Bezirk Melk) und dem Knoten Steinhäusl mehrere Lkw liegen geblieben, abschnittsweise war nur eine Spur befahrbar. Staus waren die Folge, es gab auch Verletzte:

Schneechaos: Lkw-Drehung führte zu Sperre auf A1

Einsatz

Lkw kippt auf A1 um: drei Verletzte und stauender Berufsverkehr

Einsatz bei Völlerndorf

B3: Lkw-Unfälle führten zu Straßensperre bei Emmersdorf

Winterliche Bedingungen

Auch auf der Semmering Schnellstraße (S6) kam es wegen hängen gebliebener Lastwagen zu Behinderungen:

Winter-Wahnsinn auf S6: 22 Lastwagen mussten  befreit werden

Einsatzbilanz

Probleme gab es auch auf der Südautobahn (A2) und der Pyhrn Autobahn (A9).

Zu Verzögerungen kam es auch im Bahnverkehr: Auf der „neuen“ Weststrecke konnten Züge im Bereich Tullnerfeld in Niederösterreich am Vormittag vorübergehend nur eingleisig fahren. Die Fahrzeugstörung wurde inzwischen behoben.

„Bitte warten“: Schnee sorgt für Probleme im Bahnverkehr

Verspätungen

Auf der „alten“ Weststrecke zwischen Tullnerbach-Pressbaum und Unter Purkersdorf verursachte ein umgefallener Baum eine Oberleitungsstörung, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Gegen 16.00 Uhr war ein Gleis wieder befahrbar, zweigleisigen Betrieb gab es ab 16.30 Uhr.

Helfer „im Dauereinsatz“

Rettungsdienst sowie Feuerwehr und Polizei seien seit Donnerstagabend „im Dauereinsatz“, berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Es komme immer wieder zu Verkehrsunfällen im Schneetreiben. Die meisten davon ereigneten sich auf der Autobahn, auch Sattelzüge waren hier involviert.

neu09winter

Kaum Atempausen für die Einsatzkräfte.

Foto:
FF Gloggnitz-Stadt

Seit Donnerstagabend rückten in Niederösterreich 950 Feuerwehren zu 790 Einsätzen aus, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando zur APA. Der Großteil davon entfiel auf den Süden des Landes, aber auch der Raum St. Pölten und der Bezirk Mödling waren stark betroffen. In Teilen Niederösterreichs kam es zu lokalen Stromausfällen.

In den Bergregionen des Bundeslandes lässt der starke Schneefall die Lawinengefahr laut Warndienst auch am Samstag oberhalb der Waldgrenze bei „erheblich“ (Stufe 3 von 5) bleiben. Für Sonntag wurde zudem eine steigende Tendenz des Risikos angenommen.

Der Wintereinbruch mit starkem Schneefall bescherte auch in Wien den Einsatzkräften viel Arbeit. Von Donnerstag, 20.00 Uhr, bis Freitag, 8.00 Uhr, verzeichnete die Berufsfeuerwehr 100 zusätzliche Einsätze aufgrund der Witterung. Hauptsächlich handelte es sich um umgestürzte Bäume oder lose Äste sowie Verkehrsunfälle oder hängen gebliebene Lkw, berichtete Sprecher Jürgen Figerl der APA. Massive Probleme gab es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Rund 30.000 steirische Haushalte ohne Strom

In der Steiermark führten die starken Schneefälle – besonders der schwere, nasse Schnee – zu zahlreichen Schäden an Stromleitungen. Die Energie Steiermark verzeichnete Freitagfrüh rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Am Nachmittag waren es immer noch etwa 15.000 Haushalte. Besonders die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie der Raum Graz waren betroffen, mehr dazu hier.

Die Energie Steiermark verwies darauf, dass an der Behebung der Stromschäden intensiv gearbeitet werde. Sogar zwei Hochspannungsleitungen waren betroffen, was die Wucht der Schneemassen unterstreiche.

Auch Burgenland und Vorarlberg betroffen

Im Burgenland sind laut der Landessicherheitszentrale in den vergangenen zwölf Stunden rund 750 Feuerwehreinsätze verzeichnet worden, der Schwerpunkt lag im Mittel- und Südburgenland. Freitagabend blieben rund 25 Straßen gesperrt.

Zudem kam es in den Bezirken Güssing und Jennersdorf aufgrund umgestürzter Bäume, die Strommasten beschädigt haben, in rund 6.300 Haushalten zu Stromausfällen. In den betroffenen Gemeinden wurden die Feuerwehrhäuser als Lichtinseln und Anlaufstellen eingerichtet, so das Landesmedienservice.

In Neuhaus am Klausenbach (Bezirk Jennersdorf) sind zudem die Fest- und Mobilnetzanbindung ausgefallen, es wurde daher in der Gemeinde Zivilschutzalarm ausgelöst. Beim dortigen Feuerwehrhaus wurde ein Rettungswagen stationiert, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Seitens der Bau und Betriebe Burgenland (BBB) waren seit Donnerstagnachmittag 73 Räumfahrzeuge und rund 300 Personen im Schichtbetrieb im Einsatz. Allein am Freitagvormittag wurden 2.300 Tonnen Salz verbraucht. Aufgrund des starken Windes und möglichem Glatteis rechnen Landessicherheitszentrale und Landesfeuerwehrverband auch am Samstag mit einem erhöhten Einsatzaufkommen.

In Vorarlberg war die Arlbergschnellstraße (S16) nach mehreren Lkw-Unfällen zeitweise gesperrt. Nach dem Dalaaser Tunnel kam ein Lkw bei winterlichen Bedingungen von der Fahrbahn ab und stürzte über eine Böschung. Die Bergung gestaltete sich aufwendig. Ein weiterer Lkw stand infolge eines Unfalls quer über die Fahrbahn, auch hier kam es zu Behinderungen.

Wetterumschwung am Samstag

Mit dem Schnee sollte es im Osten Österreichs auch sehr schnell vorbei sein. Zwar sind laut Geosphere in der kommenden Nacht noch Temperaturen unter null Grad zu erwarten. Das bedeutet, Verkehrsteilnehmer müssen wohl noch Samstagfrüh auf glatte Straßenverhältnisse aufpassen. Tagsüber sollte es am Wochenende überall relativ mild werden. Am Samstag erwarten die Meteorologen zwei bis zwölf Grad, am Sonntag vier bis 14 Grad.

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