Hochgebildete Männer im Alter von 15 bis 34 Jahren in städtischen Gebieten verursachen die höchsten ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. In dieser Gruppe liegt der Median laut der Studie bei 5,66 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Tag.
Im Gegensatz dazu weisen Frauen im Alter von 35 bis 54 Jahren mit niedrigem Bildungsniveau in ländlichen Regionen mit 2,85 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Tag die geringsten Emissionen auf. Für die Studie analysierte das internationale Forschungsteam 72 soziodemografische Gruppen in 165 Ländern weltweit.
Entscheidende Faktoren
Insgesamt verursachen Männer durch ihre Ernährung deutlich mehr CO2-Emissionen als Frauen. Der mediane CO2-Fußabdruck liegt bei Männern bei 4,36 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Tag, bei Frauen bei 3,43 Kilogramm. Und Personen, die in Städten leben, weisen weltweit höhere Emissionen auf als Menschen in ländlichen Regionen, berichtete die WU am Montag in einer Aussendung. Ähnliche Muster zeigen sich auch beim Wasserverbrauch und beim Flächenbedarf von Ernährungsweisen.
„Unsere Studie zeigt, dass der CO2-Fußabdruck der Ernährung mit dem Bildungsniveau zunimmt“, wurde Mitautor Martin Bruckner vom WU Institute for Ecological Economics zitiert. Bildung könne zwar Umweltbewusstsein und nachhaltigkeitsorientiertes Verhalten fördern, gehe jedoch häufig auch mit höherem Einkommen und einer größeren Konsumkapazität einher. „Wer mehr verdient und mehr konsumieren kann, hinterlässt häufig auch einen größeren ökologischen Fußabdruck. Das ist eine unbequeme Erkenntnis – aber genau deshalb sollten wir sie ernst nehmen“, resümierte Bruckner.
Gesündere Ernährung belastet Umwelt weniger
Die Analyse kombiniert Ernährungsdaten, Bevölkerungsdaten und Informationen zu globalen Lieferketten, um die Umweltfolgen von Ernährungsweisen zu berechnen. Dabei zeigt sich, dass gesündere Ernährungsweisen tendenziell mit geringeren Umweltbelastungen einhergehen. „Ändern wir unsere Ernährungsgewohnheiten nicht freiwillig, wird uns der Klimawandel dazu zwingen“, lautete hier Bruckners Warnung.
Das Ernährungssystem sei weltweit für 25 bis 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine Konsumänderung benötige jedoch Rahmenbedingungen: „Mit Agrarförderungen, steuerlichen Anreizen oder der öffentlichen Beschaffung hätte die Politik viele Hebel für eine Neuausrichtung des Ernährungssystems“, so Bruckner.