Eine süß-scharfe Soße für Pizza? Das schmeckte nicht allen Löwen. Investor Andreas Herb macht den Hottey-Gründern jedoch ein Angebot. Nach der Show kam der Deal zustande.

Julian Herrlich und Maximilian Voigt haben das Pitch-Battle gewonnen und hoffen auf einen Deal für ihr Startup Hottey.
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Süß oder scharf? Diese Frage stellt sich bei der Geschmacksrichtung „hot honey“ nicht – hier wird Honig mit Chili verfeinert. An und für sich keine neue Sache. Aber in den USA ist Hot-Honey-Soße seit mehreren Jahren – als Topping auf Pizza oder als Dip – ein regelrechter Hype.
Den erhoffen sich die Gründer Maximilian Voigt und Julian Herrlich auch für Deutschland. In der „Höhle der Löwen“ stellen sie ihre eigene Hot-Honey-Soße vor und gewinnen im Pitch-Battle knapp gegen das crunchige Chili von Señor López. Leicht ist den Investoren die Entscheidung nicht gefallen. Für Voigt und Herrlich ist es jedoch die Chance auf einen Deal. Die beiden wollen mit ihrem Startup Hottey schnell wachsen. Dafür brauchen sie 60.000 Euro und bieten im Gegenzug zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.
Taste-Test: Hot oder Flop?
Die knallgelbe Squeeze-Flasche mit der Aufschrift „You’re hot, honey“ und die Marke haben die Investoren schon im Pitch-Battle überzeugt. Der Taste-Test hingegen fällt deutlich nüchterner aus als die Löwen ein Stück Pizza mit der Soße darauf probieren. Die besteht hauptsächlich aus drei Zutaten, wie die Gründer sagen: Blütenhonig, Chili und einem Schuss Apfelessig.

Die Soße von Hottey (links) und das crunchige Chili von Señor López.
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Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel und Frank Thelen schmeckt die Soße zu süß. Das passe für sie nicht zu Pizza. Die Schärfe spüre man erst später. Andreas Herb ist als selbsternannter „Tabasco-Freak“ über die Aussage erstaunt. Er mag das Verhältnis von Süße und Schärfe. Ihm schmeckt’s.
Janna Ensthaler wiederum findet den Geschmack „gewöhnungsbedürftig“, sagt sie. „Ich habe mit meinen ganzen Food-Investments gelernt, dass das Einzige, worauf man achten muss, wenn man in Food investiert, ist Geschmack und Geschmack und Geschmack.“ Sie sei sich unsicher, ob genügend Kunden das Produkt ein zweites Mal kaufen würden.
Andreas Herb macht Gründern ein Angebot
Die Gründer erzählen, dass Hottey zum Aufnahmezeitpunkt der Show mit Displays in zwei Dresdner Lebensmittelläden vertreten sei. Stückpreis pro Flasche: fast neun Euro. Möglich wäre es jedoch, die Soße für knapp sechs Euro zu verkaufen, wenn sie die Charge vergrößern würden, sagen die Gründer. Pro Laden verkauften sie im Schnitt eine Flasche am Tag. Wie ist das zu bewerten? Auch in diesem Punkt sind sich zwei der Löwen nicht einig.
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„Respekt“, sagt Herb mit Blick auf das Segment. Thelen sieht das anders: Für den Verkauf über ein Display statt aus dem klassischen Regal sei eine Flasche pro Tag zu wenig. Herb kontert. Er verkaufe selbst Trüffel-Olivenöl in Flaschen über ein Display. „Eine alle drei Tage, und ich schreie Hurra.“ Bei Getränken wäre eine solche Stückzahl eine Katastrophe, bei Soßen hingegen nicht. Zudem verkaufen die Gründer ihr Produkt auch online.
Herb sieht Hottey im Snack-Food-Bereich, sagt er. Zielgruppe sei vor allem die Gen Z, die „liebt ja solche Sachen.“ Er sehe jedoch auch die ganze Arbeit, die die Gründer noch vor sich haben. Aber Herb macht ihnen als einziger Investor der Runde ein Angebot: 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Voigt und Herrlich versuchen ihr Glück mit einem Gegenvorschlag von 15 Prozent. Herb kommt ihnen mit 17,5 Prozent entgegen.
Deal fand nach der Show statt – so ging es weiter
Der Deal hat nach Aufzeichnung der Sendung tatsächlich so stattgefunden, wie Gründerszene von Seiten der Gründer und Andreas Herb erfahren hat. Für Voigt und Herrlich ging es nach der Show erstmal an die Firmengründung und darum, aus Hottey eine GmbH zu machen, sagt Voigt im Gespräch mit Gründerszene.
Das Team von Andreas Herb habe den Gründern geholfen, die Supply Chain zu optimieren und die notwendigen Margen zu kalkulieren, sodass sie Hottey in den Supermärkten nun auch günstiger verkaufen können. „Sie wissen ganz genau, welche Margen man erzielen muss, um eine Marke aufzubauen“, sagt Voigt über das Team von Herb. „Das war auch ein großes Learning, dass sie immer zu uns sagen: Leute, achtet auf eure Marge, weil ihr müsst sehr viel Geld für Werbung und Marketing ausgeben.“
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Für Hottey geht es jetzt in die Vertriebsoffensive, sagt Voigt. Von Herb erfahren wir: „Schon rund um die Ausstrahlung können wir erste große Vertriebserfolge vermelden: Wir konnten nationale Listungen bei 60 Seconds to napoli, Ciao Bella und Metro erreichen.“ Die ersten beiden Nennungen sind Restaurant-Franchises. „Das ist für ein junges Startup ein gewaltiger Schritt und eine hervorragende Grundlage, um Hottey im deutschen Markt zu etablieren.“ Und weiter: „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir noch in diesem Jahr die ersten 50 Tonnen Hottey-Honig ausliefern werden.“ Das ist mal eine Ansage.
Herb sei jedenfalls mittlerweile von Hottey noch mehr begeistert als zum Aufnahmezeitpunkt der Sendung, wie er sagt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Hottey das Potenzial hat, zu einer der großen nationalen Marken in seinem Segment zu werden.“ Bleibt abzuwarten, ob „Hot Honey“ auch in Deutschland zum Food-Trend wird.