Nach Angaben von Israels Armee seien utzende Milizionäre getötet worden. Indes sollen israelische Soldaten im Westjordanland eine palästensische Familie inklusiver zwei kleiner Kinder getötet haben.

Israelische Bodentruppen gehen im Südlibanon weiter gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz vor. Dutzende Milizionäre seien getötet worden, teilte die Armee mit. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Die Hisbollah liefert sich nach eigenen Angaben im Südlibanon „direkte“ Kämpfe mit Israels Armee. Die Kämpfe in der südlibanesischen Stadt Chiam seien seit Samstagabend im Gange und dauerten an, so die Miliz.

Es seien „leichte und mittelschwere Waffen sowie Raketengeschosse“ zum Einsatz gekommen. Zudem griff die Hisbollah nach eigenen Angaben israelische Streitkräfte in drei Grenzdörfern an.

Das Nordkommando der israelischen Armee setzt unterdessen nach eigenen Angaben Vorbereitungen fort, kommende Woche weitere Truppen aufzunehmen. Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.

Der Iran hat unterdessen in der Nacht auf Sonntag erneut Raketen auf Israel abgeschossen. Nach Angaben des israelischen Militärs kam es im Zentrum des Landes zu einem Einschlag. Möglicherweise handle es sich um herabgefallene Trümmerteile infolge des Abfangens eines Geschosses, berichtete die „Times of Israel“. Zwei Menschen seien laut Rettungsdienst leicht verletzt worden.

Nach Medienberichten heulten Warnsirenen im Grenzgebiet zum Libanon sowie auf den besetzten Golanhöhen. Anschließend berichtete das israelische Nachrichtenportal „ynet“, auch aus dem Libanon seien zehn Raketen auf Israels Norden abgefeuert worden. Ein Teil davon sei von der Raketenabwehr abgefangen worden und der Rest in offenen Gebieten eingeschlagen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte. In der Nacht hatte es in verschiedenen Orten in Israel Einschläge gegeben.

Israelische Soldaten haben im besetzten Westjordanland das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet und dabei vier Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet. Es handle sich dabei um die Eltern sowie zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Zwei weitere Kinder seien bei dem Vorfall in Tammun im Norden des Westjordanlands verletzt worden. Mehrere der Familienmitglieder hätten Schussverletzungen am Kopf erlitten.

In einer Mitteilung der israelischen Polizei hieß es, Polizeikräfte sowie Soldaten seien zu einer Razzia in Tammun unterwegs gewesen. Ziel sei die Festnahme von Personen gewesen, „die im Verdacht stehen, an terroristischen Aktivitäten gegen Sicherheitskräfte beteiligt zu sein“.

Während des Einsatzes habe ein Fahrzeug in Richtung der Einsatzkräfte beschleunigt. Diese hätten sich bedroht gefühlt und das Feuer eröffnet. Vier Palästinenser in dem Fahrzeug seien getötet worden. Die Umstände des Vorfalls würden von den zuständigen Stellen untersucht. Nach palästinensischen Medienberichten hatte der Vater der Familie keine bekannten Verbindungen zu Terrororganisationen.

(APA/dpa)

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