Doch diese Behauptung geht nicht ganz auf: Denn dann würden sich Sammie und Smoke nicht so dagegen wehren, gebissen zu werden, sondern in den Vampiren Blutsverwandte erkennen: Ausgestoßen vom weißen Establishment, aber derart zum Fürchten, dass nicht mal der Ku-Klux-Klan ihnen etwas kann.

Genau da aber ist der Film nicht mutig genug, sondern zerfällt in Konventionen und notdürftig zusammengeleimte Handlungsversatzstücke, die man anderswo besser gesehen hat. Nehmen wir die Horrorstory: eine legendäre Kaschemme, zwei Brüder, die in einer Nacht gegen ein Heer von Vampiren kämpfen. Das kennt man aus From Dusk Till Dawn (1996) von Robert Rodriguez. Ist das noch Zitat, Hommage oder Plagiat? Und wenn es ein Zitat ist, was soll es bewirken? Das Original war in seiner trashig-selbstironischen Coolness erfrischend. In Blood & Sinners wirkt die Horrorrahmenhandlung hingegen zahnlos, lustlos und wie losgelöst von dem, was der Film eigentlich erzählen will.