Mehr als 30 Lawinen-Einsätze allein in Tirol, Tote in mehreren Ländern: Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. Auch in Bayern.

Warnstufe vier vor allem in Allgäuer und Werdenfelser Alpen

Wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilte, herrscht oberhalb von 1.600 Metern vor allem in den Allgäuer und Werdenfelser Alpen große Lawinengefahr, was der Warnstufe vier von fünf entspricht.

Unterhalb dieser Höhe gilt vielerorts erhebliche Gefahr (Warnstufe drei). Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen. 

Zahl der Opfer in Österreich gestiegen

In Österreich stieg die Zahl der Lawinentoten auf fünf. In St. Anton am Arlberg konnten zwei Menschen nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Von den drei zunächst verletzt geborgenen Personen sei am Abend eine im Krankenhaus gestorben. 

In Klösterle im Bundesland Vorarlberg kam ein 39-jähriger Schweizer ums Leben, als er zusammen mit einem 47-jährigen Deutschen auf Snowboards einen 40 Grad steilen Hang hinabfuhr. Dabei löste der 39-Jährige ein Schneebrett aus, wurde etwa 250 Meter mitgerissen und vollständig verschüttet. Sein Begleiter blieb unverletzt.

Zuvor war im Tiroler Skigebiet Nauders ein 42-jähriger deutscher Skifahrer abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet worden. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt, teilte die Polizei mit. Das Duo wollte einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss. Die Opfer stammen aus dem thüringischen Landkreis Eichsfeld. 

Was die Situation derzeit gefährlich macht

Das Hauptproblem in den hohen Lagen ist aktuell der Neuschnee. Wo dieser auf alten Triebschnee trifft – also Schnee, der sich durch den Wind an einer bestimmten Stelle gesammelt hat – können leicht Lawinen ausgelöst werden oder sich von selbst lösen, unter anderem weil die Schneekristalle nicht so fest verbunden sind.

Gefahrenstellen sind vor allem in Steilhängen, hinter Hangkanten, in Rinnen und Mulden. An sehr steilen Hängen mit glattem Untergrund sind auch einzelne Gleitschneelawinen möglich, bei denen sich die Lawine auf dem glatten Untergrund von selbst löst.

Wer im Gebirge unterwegs ist, sollte laut Lawinenwarndienst auf Risse beim Betreten der Schneedecke oder auf „Wumm“-Geräusche achten. Letztere können darauf hindeuten, dass es tief in der Altschneedecke Schwachschichten gibt – wenn zum Beispiel Skifahrer eine zusätzliche Belastung auf diese Stellen bringen, kann die Schneedecke brechen und sich so eine Lawine lösen.