Das Wochenende neigt sich dem Ende. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass ihr auf gute Filme verzichten müsst. Im Gegenteil: Was gibt es Besseres, als den Sonntag mit einem spektakulären Blockbuster ausklingen zu lassen, der nicht nur mit Spezialeffekten protzt, sondern auch mit seiner Geschichte in den Bann zieht?

Bei Netflix befindet sich genau ein solcher Film im Streaming-Abo: Bumblebee entsagt allen Vorurteilen, die man gegen einen Transformers-Film haben kann. Langweilige Figuren, schlechte Story und unübersichtliche Action? Fehlanzeige! Regisseur Travis Knight zeigt, wie viel Potenzial in der Sci-Fi-Reihe wirklich schlummert.

Sci-Fi-Blockbuster bei Netflix: Bumblebee ist eine Glanzstunde der oft belächelten Transformers-Reihe

Die erste clevere Entscheidung von Bumblebee ist die Verlagerung der Handlung in die 1980er Jahre. Dadurch erhält das Robo-Abenteuer einen charmanten Retro-Touch, der nicht nur in den gezeigten Automodellen zum Vorschein kommt. Auch die Ausrichtung des Films lehnt sich an Klassiker des 1980er-Jahre-Sci-Fi-Abenteuerkinos.

Bumblebee versteht sich weniger als Epos denn als einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte, die in Richtung E.T. – Der Außerirdische schielt. An die Stelle des jungen Elliott tritt Charlie (Hailee Steinfeld), eine unerschrockene Jugendliche, die sich nach ihrem ersten eigenen Auto sehnt und es daraufhin mit einem Alien zu tun bekommt.

Der gelbe VW Käfer, den sie auf einem Schrottplatz findet, entpuppt sich als Autobot – und er kommt nicht allein: Bumblebee befindet sich auf der Flucht vor zwei fiesen Decepticons, die ihm bis zur Erde gefolgt sind. Das hat auch der Militärmann Colonel Jack Burns (John Cena) mitbekommen und fährt schwere Geschütze auf.

Bumblebee bringt bei Netflix alles mit, was man sich von einem Sonntagabend-Blockbuster erwartet

Bumblebee hält perfekt die Waage zwischen dem überwältigenden Bombast von Michael Bay und dem inszenatorischen Feingefühl, mit dem Steven Spielberg seine Sci-Fi-Filme auf die große Leinwand bannt. Emotionen werden genauso großgeschrieben wie die Explosionen, die bereits im Prolog für pures Staunen sorgen.

Hier erleben wir den Untergang von Cybertron in atemberaubenden Bildern. Eine Action-Bewegung geht in die andere über, wenn sich die Heimat von Autobots und Decpitcons in ihre Einzelteile auflöst und wir uns mit den riesigen Alien-Robotern durch mächtige Strukturen schlängeln, bis von dem Planeten nichts mehr übrig ist.

Es ist eine der eindrücklichsten Sequenzen der gesamten Reihe, die dem Film von Anfang an auch eine gewisse Tragik verleiht. Bumblebee und Charlie finden als einsame Figuren in einer unwahrscheinlichen Freundschaft Trost und Geborgenheit. Wer hätte je gedacht, dass wir eines Tages so über Transformers reden werden?

Der Blick in den Rückspiegel wird nie wieder derselbe sein: Gerade die letzten Minuten des Films reißen einem beim Schauen das Herz heraus. Zuvor gibt es zum Glück sehr viel Humor, der wundervoll mit den furiosen Krawall-Intermezzi verwoben wird. Bumblebee ist wirklich das komplette Gesamtpacket eines Sonntagabend-Blockbusters.