Um 15.36 Uhr ging letzten Sonntag ein Notruf bei den Bergrettern ein. Alarmiert wurden sie von einer Schneeschuhwander-Gruppe. Die geführte Gruppe habe sich laut eigenen Angaben zwischen Dirnbacherhütte und Seehütte im dichten Latschenfeld verirrt und den markierten Pfad nicht mehr gefunden. „Zudem hatten sich drei Personen von der Gruppe getrennt, um eigenständig den Rückweg zu suchen“, heißt es in einem Bericht der Bergrettung Reichenau.

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Foto: Bergrettung Reichenau

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Bergrettung Reichenau

13 Personen verirrten sich bei Schneeschuhwanderung auf Rax.

Während die ersten beiden Wintermonate für die Bergrettung Reichenau ruhig verliefen, wurden sie im März bereits ordentlich gefordert. Besonderes „Highlight“: ein sechsstündiger Einsatz vergangenen Sonntag.

Der dichte Nebel ließ einen Suchflug nicht zu, weshalb 17 Bergretterinnen und Bergretter zur Suchaktion ausrückten. Mit der Rax-Seilbahn ging es hinauf auf das Plateau und von dort aus weiter mit bereitgestellten Fahrzeugen Richtung Ottohaus. „Hier begann der Zustieg mit Tourenski und Schneeschuhen, aufgeteilt in drei Suchteams, zu den ermittelten Koordinaten“, so die Bergretter. Ein Team stieg über den Sommerweg auf, ein weitere über den Winterweg und der dritte Trupp fuhr zur Dirnbacherhütte, um von dort aus die Suche zu beginnen.

Viertes Team fand die ersten Vermissten

Die Bedingungen wurden für die Bergretter nicht gerade einfacher: Die Dämmerung setzte ein und der Nebel beschränkte das Sichtfeld erheblich. Der Versuch, Rufkontakt zu den Vermissen herzustellen, brachte keinen Erfolg. Auch telefonisch war keine Kontaktaufnahme möglich. Weil unklar war, in welchem Gesundheitszustand sich die Vermissten befinden, wurde ein viertes Suchteam losgeschickt. Dieses konnte schließlich die allein losgezogene Dreiergruppe zwischen der Höllentalaussicht und dem Ottohaus finden. Die Personen waren unverletzt, aber erschöpft und wurden zur Bergstation gebracht.

Gegen 18 Uhr wurden schließlich die verbleibenden zehn Vermissten im Bereich des Ho-Chi-Minh-Pfades gefunden. Die Gruppe war erschöpft und leicht unterkühlt, befand sich jedoch – trotz mittlerweile achtstündiger Tour – in einem stabilen Zustand. „Lediglich ein über 80-jähriger Mann, der vor wenigen Wochen eine Hüftoperation hatte, zeigte deutliche Ermüdungserscheinungen. Nach kurzer Erstversorgung führte der Suchtrupp die Gruppe langsam aus dem Latschenwald zur Dirnbacherhütte“, heißt es in dem Pressebericht.

Einsatz-Ende um 21.15 Uhr

Über einen steilen, teilweise vereisten Aufstieg ging es für die Bergretter und Schneeschuhwanderer zum Praterstern nahe des Ottohauses. Die vier am meisten erschöpften Personen wurden von hier aus mit einem Bergrettungsfahrzeug zur Bergstation gebracht, die weiteren Wanderer bestritten den Weg zum Berggasthof zu Fuß. Mit einer Sondergondel um 20.30 Uhr ging es für die Wanderer schließlich ins Tal. Nach einer Untersuchung des Bergrettungsarztes durften die zuvor Vermissten ihre Heimreise antreten. Das Einsatz-Ende meldeten die Bergretter schließlich um 21.15 Uhr.