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Kaum greift eine italienische Bank nach der Commerzbank, geht in Berlin das Wehklagen los. „Feindliche Übernahme“, „Ausverkauf“, so lauten die Warnungen aus Politik und Gewerkschaften. Doch dieser Reflex ist falsch.
Die Wahrheit ist: Europas Banken sind zu klein und zu zersplittert. Während in den USA wenige riesige Institute dominieren, kämpft hier ein Flickenteppich aus mittelgroßen Banken um Einfluss. So besteht man nicht im globalen Wettbewerb.
Deshalb hat die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, recht: Grenzüberschreitende Fusionen sollte man prüfen – statt sie reflexhaft politisch zu blockieren.
Europa braucht gesunde Großbanken mit hoher Schlagkraft. Eine starke europäische Bank ist wichtiger als eine deutsche Symbolbank. Für Kunden und Anleger zählt am Ende doch vor allem eines: eine stabile Bank, der sie ihr Geld anvertrauen können – egal, ob Commerzbank oder UniCredit auf dem Kontoauszug steht.