Manchmal liegen die schlimmsten Enttäuschungen und die größten Erfolge ganz nah beieinander. Das dürfte sich auch Philipp Hammerer aus Königsmoos gedacht haben, als er, wie am Montag bei „Die Höhle der Löwen“ zu sehen war, den Battle-Pitch gegen Gründerkollege Chris verloren hatte. Denn schon auf der Bühne hatte ihm Carsten Maschmeyer zu verstehen gegeben, nicht zu weit wegzugehen. Und tatsächlich: auch wenn es eigentlich gegen die Regeln der Show verstößt, Philipp bekommt seinen Deal mit der Investorenlegende – und bastelt nun mit Maschmeyer an der Zukunft seines Unternehmens.

Philipp Hammerer aus Königsmoos bekommt bei „Die Höhle der Löwen“ einen Deal

Minuten zuvor steht Philipp gemeinsam mit seinem Kontrahenten Christopher vor den Investoren Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Judith Williams, Dagmar Wöhrl und Janna Ensthaler, und möchte 80.000 Euro für 20 Prozent der Anteile. Philipp nutzt seine 60 Sekunden optimal aus und bringt alle wichtigen Informationen zu seiner Ausbildungsplattform „Jimmy“ unter. Schlussendlich aber entscheiden sich drei der fünf Investoren für Christopher und sein Handysicherungssystem. Philipp ist sichtbar enttäuscht, sieht seinen Traum geplatzt – doch dann richtet Carsten Maschmeyer, der ihn ohnehin bevorzugt hätte, ein paar Worte an den heute 17-Jährigen: „Renn‘ mal nicht allzu weit weg, ich finde dich toll“, sagt Maschmeyer. Philipp strahlt und wartet auf Maschmeyer in der sogenannten Gründer-Lounge im Backstagebereich.

Dann geht alles ganz schnell, Maschmeyer lässt sich die Idee noch einmal in einem Satz erklären, dann streckt er die Hand aus. „Du hast deinen Deal“, sagt Maschmeyer und Philipp kann sein Glück kaum fassen. „Das ist so krass“, sagt er immer wieder. „Als Philipp seine Lösung vorgestellt hat, war mir sofort klar: Das ist nicht nur technisch klug, sondern wird dafür sorgen, dass Ausbildungsplätze schneller und passender besetzt werden. Auch wenn die anderen Löwen mich überstimmt haben und Philipp das Battle verloren hat, hat er mich überzeugt“, erklärt Maschmeyer sein Vorgehen gegenüber unserer Redaktion.

In der Realität sind seit diesem Moment mehrere Monate vergangen, für den jungen Königsmooser ist nichts mehr, wie es vorher war. Ist er nicht an seiner Ausbildungsstelle oder in der Berufsschule, arbeitet Philipp an seinem Unternehmen. Viel Freizeit bleibt dem passionierten Kick- und Thaiboxer nicht, doch das stört ihn nicht. „Ein bisschen sorgen wir uns schon, dass er sich überarbeitet, das sagt auch der Opa immer“, sagt Mutter Christina. Ansonsten aber haben sie und Vater Simon volles Vertrauen in den Sohnemann. „Er ist einfach ein Macher. In der Grundschule hat er sich selbst Italienisch beigebracht, weil er an der Strandbar in der Landessprache bestellen wollte“, so der stolze Vater.

Derweil laufe die Zusammenarbeit mit Investor Carsten Maschmeyer und seinem Team hervorragend, sagt Philipp. „Besonders cool finde ich, dass Carsten immer schaut, dass seine Schützlinge auch untereinander zusammenarbeiten und sich unterstützen. Man bekommt wirklich dieses Netzwerk, von dem immer gesprochen wird.“ Aus Maschmeyers Team steht ihm jederzeit eine Art Mentor zur Verfügung, der bei Problemen hilft und mit ihm einmal im Monat die weiteren Entwicklungen bespricht. „Im Notfall ist auch Carsten immer persönlich erreichbar, ansonsten lässt er mir aber volle Freiheit“, sagt der Jungunternehmer.

Mit der Aufmerksamkeit durch „Die Höhle der Löwen“ will Philipp expandieren

Mit der zusätzlichen Aufmerksamkeit nach seinem Auftritt in der TV-Show will Philipp Hammerer sein Unternehmen nun weiter ausbauen. Noch ist „Jimmy“ eine reine Recruiting-Plattform, die Unternehmen und Bewerber zusammenbringt. Im nächsten Schritt möchte er in weitere Regionen expandieren und dort gezielt den Pool aus Firmen und Schülern ausbauen. „Die Plattform lebt natürlich vom Traffic, je mehr Unternehmen und Schüler aktiv sind, desto besser funktioniert sie.“ In einem zweiten Schritt möchte Philipp „Jimmy“ an die Schulen bringen, damit die Plattform für die Berufsvorbereitung im Unterricht verwendet werden kann. Langfristig soll schließlich nicht nur das Recruiting über die Plattform laufen, sondern die gesamte Ausbildungsverwaltung. So sollen die Auszubildenden etwa ihr digitales Berichtsheft dort führen können.

Helfen soll dabei nun die Zusammenarbeit mit Carsten Maschmeyer, der, wie Philipp verrät, im Vorfeld nicht unbedingt seine erste Wahl unter den Investoren war. „Ich muss sagen, ich hatte eigentlich gehofft, er wäre am Drehtag gar nicht da gewesen. Vor Carsten Maschmeyer hatte ich tatsächlich am meisten Angst, aber im Nachhinein war die vollkommen unbegründet“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Florian Lang

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Carsten Maschmeyer

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Die Höhle der Löwen

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