Ein anderer Aspekt des Erfolgs sei auch die Zusammenarbeit zwischen den Artists gewesen. Für Shneezin war die Arbeitskultur bei Selfmade ähnlich wie die des alten Aggro Berlins – mit dem Unterschied, dass Selfmade nicht so „nischig“ wie das Berliner Label gewesen sei. „Alles hat ineinandergegriffen. Alle haben miteinander funktioniert“, resümiert der „Holz“-Rapper im Interview. Als Beispiel nennen die 257ers die „Chronik“-Samplerreihe, bei denen sie es erfolgreich die unterschiedlichsten Welten miteinander vereint hätten.

Shneezin über das Ende von Selfmade: „Diese Ära der Camps ist vorbei“

Über die Jahre hinweg sind jedoch viele der Artists von Selfmade Records ihren eigenen Weg gegangen. Kollegah gründet 2016 sein eigenes Label Alpha Music Industries. Genetikk und Favorite verlassen Selfmade ebenfalls in den zwei folgenden Jahren, um ihr eigenes DIng durchzuziehen. Zum Zeitpunkt der Schließung des Labels im Jahr 2022 – Selfmade Records war inzwischen ein Sublabel von Sony – sind nur noch die 257ers und Karate Andi bei dem Düsseldorfer Label gesignt. Zu dem Zeitpunkt sei das Camp „schon lange Geschichte“ gewesen, so Mike gegenüber Host Robin Schmidt. Aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen seien sie aber noch bis zum Ende an Selfmade gebunden gewesen. 

Warum Selfmade Records trotz des großen Erfolgs am Ende „gescheitert“ sei? Schneezin wills wissen: Durch die modernen Entwicklungen der Musikindustrie bräuchte man schlicht keine lokalen „Camps“ mehr, um eine Karriere zu haben. Connections würden mittlerweile bundesweit entstehen.