Tim Cook bleibt an der Spitze von Apple. In einem TV-Interview hat der Apple-Chef Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt deutlich zurückgewiesen.
Klare Absage an Spekulationen um Cooks Zukunft
In der US-Sendung „Guten Morgen Amerika“ nutzte Cook seinen Auftritt, um Gerüchte über sein Ausscheiden zu dementieren. Berichte, wonach er sich auf seinen Abschied vorbereite, bezeichnete er als bloßes Gerücht. Auf die Frage nach entsprechenden Meldungen sagte er, er habe das „nicht gesagt“ und „nie gesagt“. Er liebe seine Arbeit zutiefst. Vor 28 Jahren sei er zu Apple gekommen und habe seitdem jeden einzelnen Tag geliebt. Er ergänzte, er könne sich ein Leben ohne Apple nicht vorstellen.
Die Aussagen folgen auf unruhige Wochen im Führungsteam des Konzerns. Im Dezember verlor Apple in kurzer Zeit den zuständigen Vorstand für Künstliche Intelligenz, den obersten Justiziar sowie eine zentrale Designführungskraft. Parallel dazu soll Chip-Experte Johny Srouji laut Berichten signalisiert haben, dass auch er das Unternehmen verlassen könnte. Diese Abgänge haben die Frage verschärft, ob Cooks stark operativ geprägter Führungsstil zur Ära der Künstlichen Intelligenz passt.

TrendingiPhone XS: Apple untersucht LTE-Empfangsprobleme
Apple vor 50. Jubiläum und wichtigen Produktstarts
Cooks Bekenntnis kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Apple feiert am 1. April sein 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig stehen wichtige Produktneuerungen an. Für dieses Jahr wird die Vorstellung des ersten faltbaren iPhone sowie von KI-Brillen erwartet. Zudem muss Apple noch zeigen, dass der Konzern die überarbeitete Siri-Version liefern kann, die 2025 nicht wie angekündigt erschienen ist.
Zuletzt war vor allem der Umgang mit Künstlicher Intelligenz in die Kritik geraten. Apple hatte die versprochene umfassende Überarbeitung von Siri im vergangenen Jahr nicht umgesetzt und inzwischen eine Vereinbarung mit Google geschlossen. Demnach soll Googles KI-System Gemini KI-Funktionen auf dem iPhone antreiben. Kritiker:innen befürchten, dass diese Kooperation die Abhängigkeit von einem direkten Wettbewerber weiter verstärkt.
Kritik an Cooks Kurs in der KI-Ära
Besonders deutlich äußerte sich der Analyst Walter Piecyk von LightShed Partners. Er warnte im Dezember, Apple riskiere, seine KI-Zukunft an Google abzugeben. Er zog Parallelen zur bisherigen Abhängigkeit bei der Internetsuche und argumentierte, dass dadurch langfristig Android profitieren könnte, weil dort ein größerer Teil der Entwicklung und Integration stattfinde.
Piecyk sah das Jahr 2026 als idealen Zeitpunkt für einen Führungswechsel an. Apple-Aktien notieren nahe historischer Höchststände, gleichzeitig zeichnet sich ein günstiger Upgrade-Zyklus ab: Viele Nutzer:innen behalten ihre Geräte länger, während Mobilfunkanbieter verstärkt neue Subventionen anbieten. Aus seiner Sicht könnte Cook so auf einem Hochpunkt abtreten und den Übergang in die KI-Phase an eine:n vorbereitete:n Nachfolger:in übergeben.
Cook selbst zeigte im Interview allerdings keinerlei Eile für einen solchen Schritt. Er bezeichnete KI-Technologien als „tiefgreifend“ und verteidigte Apples Ansatz, der auf Datenschutz setzt. Zu möglichen rechtlichen Schritten gegen Zölle äußerte er sich zurückhaltend. Apple hatte unter den Handelsmaßnahmen von Ex-Präsident Donald Trump 3,3 Milliarden US-Dollar (rund 3,0 Milliarden Euro) gezahlt. Man beobachte die Lage und werde „entsprechend entscheiden“, sagte Cook.
Via: https://www.cnbc.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann
Den Beitrag in unserem Forum kommentieren