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Fast jeder kennt ihn als den Prinzen aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Doch Pavel Trávníček (75) kämpfte vor wenigen Monaten nicht um eine Rolle – sondern um sein Leben. Eine vierfache Bypass-Operation. Eine Nahtoderfahrung. Ein Blick auf die andere Seite. Jetzt erzählt er, was ihm wirklich wichtig ist.
Der Moment zwischen Leben und Tod
Anfang des Jahres musste Pavel Trávníček in Prag unters Messer. Sein Herz streikte nach Jahrzehnten eines intensiven Lebens. Die Diagnose: verstopfte Adern zum Herzen. Ein schwerer Eingriff war unausweichlich.
„Es hat sich gezeigt, dass die Adern, die zum Herzen führen, verstopft waren und mit etwas anderem ersetzt werden mussten“, berichtet der 75-Jährige dem Nachrichtensender CNN Prima News. Eine vierfache Bypass-OP. Zwischen Leben und Tod. Der berühmte Prinz, der einst das Herz von Aschenbrödel gewann, kämpfte nun um sein eigenes.

Pavel Travnicek mit seiner Frau Monika Fialková und Sohn Maximilian
Foto: Privat
Die Erfahrung veränderte ihn. „Der große Vorteil ist, dass man dann schon weiß, wie es ist, wenn das Ende naht, wenn man irgendwohin auf die andere Seite geht“, sagt Travnicek. Seine Stimme klingt ruhig, fast philosophisch. Wer dem Tod so nah war, sieht das Leben mit anderen Augen.
Die neue Pumpe
Schon im Sommer zuvor bekam er wegen Herzproblemen einen Schrittmacher. Jetzt, nach dem schweren Eingriff, kam die erste Kontrolle. Sein Arzt bescheinigte ihm: Das Organ arbeitet wieder mit 40 Prozent Leistungsfähigkeit.
„Ich habe mir gedacht: Nur? Aber was soll ich mir nach einer solchen Herzoperation schon wünschen“, sagt er. Vierzig Prozent – ein Wert, mit dem Patienten nach solchen Eingriffen oft gut leben können. Für einen Mann, der knapp überlebt hat, sind das hundert Prozent Lebenschance.
Der wichtigste Grund zu leben
Sein Sohn Maximilian ist neun Jahre alt. Für seinen Sohn will Trávníček da sein. Deshalb will er leben. Seinetwegen ändert er alles. „Ich habe bisher ein herrliches Leben mit einem Schnaps und einer Zigarette in der Hand geführt, aber ich habe mich entschieden, mein Leben und überhaupt meine ganze Existenz von Grund auf zu ändern“, erklärt der Prinz-Darsteller. Schluss mit dem alten Leben. Der Wille, für Maximilian da zu sein, ist stärker als jede Gewohnheit.
Langsam, vorsichtig kehrt er zurück ins Arbeitsleben. Demnächst reist er nach Hamburg für Talkshow-Aufnahmen. Mit seiner typischen Selbstironie sagt er: „Ich reihe mich in die lange Reihe glückloser Schauspieler ein, die in Talkshows auftreten, weil sie nichts anderes können.“
Das Erbe des Prinzen
Als Prinz in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ eroberte er Millionen Herzen. Seine Filmpartnerin Libuše Šafránková starb 2021. Der Kultfilm läuft jedes Jahr zu Weihnachten – von Deutschland über Tschechien bis Norwegen. Doch für Pavel Trávníček zählt heute etwas anderes: Nicht die vergangenen Rollen. Nicht der Ruhm. Sondern die Zeit mit seinem Sohn. Ein neues Leben. Eine zweite Chance. Sein Wille zu leben, sagt er, sei sehr stark. Stärker als je zuvor.