Es ist beeindruckend, in welcher Regelmäßigkeit beim FC Bayern aktuell Talente in die Profimannschaft gespült werden (und dann teilweise weiter ins DFB-Team). Egal ob von anderen Klubs verpflichtete Jungprofis wie Urbig oder Bischof. Oder Eigengewächse aus dem Campus, der sich neun Jahre nach Eröffnung mittlerweile auszahlt. 

Trainer Vincent Kompany nimmt die Nachwuchsförderung ernster als seine Vorgänger Nagelsmann und Thomas Tuchel. Teils sicherlich aus Überzeugung. Teils aber auch, weil der Kader kleiner ist als damals und weil viele Spiele früher entschieden sind, wodurch sich mehr Einsatzchancen ohne Druck bieten (was natürlich auch Kompanys Verdienst ist).

So entwickelt sich beim FC Bayern gerade eine besondere Eigendynamik der Vorbilder mit vielen jungen Spielern auf vielen verschiedenen Entwicklungsstufen, die sich gegenseitig anzuspornen scheinen. Auf Pavlovic (Stammspieler) folgten Urbig, Bischof und Karl (Rotationsspieler) und in jüngerer Vergangenheit weitere Debütanten wie Ofli und Pavic, denen nun all jene Talente nacheifern, die bereits bei den Profis mittrainieren, aber noch auf ihren ersten Einsatz warten. Und die sind natürlich Vorbilder für alle anderen am Campus.

„Wenn junge Spieler Möglichkeiten bekommen, kann man sich immer daran orientieren“, findet auch Eberl. „Man kann viel reden, den Jungs immer sagen: ‚Du musst arbeiten.‘ Nein, bei uns kann man gerade sehen: Wenn du arbeitest und fleißig bist, dann kriegst du deine Chancen. Das ist im Grunde das Größte. Jeder junge Spieler ist gerade das Vorbild für den nächsten.“