
Große Bewegung im Radiomarkt. In Hamburg wird die begehrte UKW-Frequenz 98,1 MHz neu ausgeschrieben. Nach dem Aus für die bisherige Nutzung eröffnet sich jetzt eine seltene Chance für neue Programme, Formate und Stimmen.
Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat eine wichtige Entscheidung getroffen. Die UKW-Frequenz 98,1 MHz in Hamburg wird neu vergeben. Damit kommt Bewegung in den Radiomarkt der Hansestadt – und das zu einem Zeitpunkt, an dem UKW-Frequenzen immer seltener frei werden.
Bislang wurde die Frequenz von der Klassik Radio GmbH genutzt. Diese bestehende Zulassung endet planmäßig am 31. Mai 2026. Danach ist der Weg frei für ein neues Radioprogramm, das künftig rund um die Uhr auf 98,1 MHz senden soll. Der Hintergrund macht die Ausschreibung besonders spannend: Wegen des im Jahr 2024 beschlossenen Digitalumstiegs in Schleswig-Holstein dürfen dort keine neuen UKW-Kapazitäten mehr vergeben werden.
Warum die Ausschreibung besonders ist
Die aktuelle Ausschreibung betrifft ausschließlich Hamburg
Neue UKW-Frequenzen sind extrem selten geworden
Der Wettbewerb dürfte entsprechend hoch sein
Die Medienanstalt setzt große Hoffnungen in den Neustart. Direktorin Eva-Maria Sommer betont, dass die Ausschreibung gezielt Raum für neue Stimmen und innovative Formate schaffen soll. Ziel ist es, die Radiolandschaft in Hamburg weiter zu diversifizieren. Die Ausschreibung richtet sich an ein breites Spektrum von Anbietern, darunter kommerzielle Radiosender, gemeinnützige Organisationen und neue Medienprojekte. Die Lizenz wird für zehn Jahre vergeben.
Hintergrund: DAB+ und das Ende von UKW?
Die Neuausschreibung in Hamburg zeigt, dass das klassische UKW-Radio trotz der Digitalisierungswelle via DAB+ in der Metropole weiterhin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Reichweitengarant bleibt. Während die ländlichen Regionen im Norden den Stecker ziehen, setzt die Hansestadt auf einen Mix aus Beständigkeit und neuem Wettbewerb. Ob Klassik Radio sich erneut bewirbt oder ein völlig neues Genre die Frequenz 98,1 übernimmt, bleibt mit Spannung abzuwarten.
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MARCUS REICHL (Dipl.-Journalist) ist seit Anfang 2019 alleiniger Inhaber des uni-VERSAL Journalistenbüros Leipzig. Er erlernte das journalistische Handwerk bei der Sächsischen Zeitung (www.saechsische.de), der Bild-Zeitung (www.bild.de) und der Leipziger Volkszeitung (www.lvz.de). Nach dem Volontariat wechselte er in eine Leipziger PR-Agentur und betreute verschiedene Zeitschriftenprojekte als verantwortlicher Redakteur. Seit seiner Selbstständigkeit 2005 hat er sich intensiv in verschiedene Branchen eingearbeitet, darunter Digitales, Medienpolitik (www.av.de, www.digitalfernsehen.de), Materialwirtschaft (www.kiweb.de, www.k-profi.de) und Energie (www.enviam.de, www.mitnetz-strom.de).