Statement von Gemeinderat Michael Roth-Schmida bei der Gemeinderatssitzung am 19.3.2026 zur Resolution der ÖVP „Straßenbahnverlängerung zum Pichlinger See mit Park and Ride Anlage“:
Die Straßenbahnverlängerung zum Pichlinger See kann man grundsätzlich machen. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass künftig – hoffentlich im 15-Minuten-Takt – auch S-Bahn-Züge am Bahnhof Ebelsberg vorbeikommen und halten werden.
Viel entscheidender ist daher die Frage: Wohin wollen die Menschen aus dem Süden von Linz eigentlich fahren, und gibt es für diese Ziele (!) ausreichend attraktive Bahnhaltestellen? Genau hier sehen wir dringend Handlungsbedarf: Während in Salzburg etwa 11 S-Bahn-Haltestellen und in Graz 10 Haltestellen in das öffentliche Stadtverkehrsnetz bzw. in die Stadtverkehrspläne integriert sind, zeigt der Netzplan von Linz lediglich 7 Haltestellen – und das sogar ohne klare S-Bahn-Kennzeichnung. Noch bemerkenswerter ist: Die 8. Linzer Bahnhaltestelle Wegscheid scheint im Plan überhaupt „vergessen“ worden zu sein. (So viel gleich vorweg zum nächsten Antrag und zu den Umsteigeinformationen.)
Konkret braucht es unserer Meinung nach neben der Haltestelle Lastenstraße zusätzliche S-Bahn-Haltestellen in Linz. Die von den ÖBB zumindest angedachte Haltestelle Turmstraße wird in Linz nicht einmal ernsthaft diskutiert bzw. eingefordert. Ebenso wäre eine Haltestelle Lunzer Straße sinnvoll, um die Stadtteile Kleinmünchen und Wegscheid besser zu erschließen (wir kommen ja später noch einmal bei einem weiteren Straßenbahnerweiterungsvorhaben dazu) Übrigens gab es ja dort schon mal einen Bahnhof. Die seinerzeitige Auflassung des Bahnhofs Kleinmünchen wurde damals – ohne Kritik oder Protest der Stadt einfach zur Kenntnis genommen.
Die hier geforderte Straßenbahnverlängerung sollte daher einer transparenten Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden, und bevor man diese umsetzt, sollten auch Wirkung und Potenzial genau erhoben werden – nicht zuletzt da es ja auch mehr Buslinien wie die 13 und später auch die Linie 14 für den Linzer Süden geben soll.
Ich finde, dass der Antrag zur Linie 5 (den wir dann später noch behandeln werden) hier offener ist, da zunächst einmal nur geprüft werden soll. Zugegeben, das Vorhaben ist noch umfangreicher. Tatsächlich halten wir jedoch eine eingehende Prüfung beider Projekte für sinnvoll und erforderlich, bevor der Gemeinderat einen Auftrag zur Planung und Realisierung erteilt. Wir werden uns daher beim ursprünglichen Antrag enthalten, einer Zuweisung zum Mobilitätsausschuss aber zustimmen und beim Antrag zur Linie 5 auch zustimmen.
(Es gilt das gesprochene Wort.)
