Sorge vor Wahlniederlage
Russland wollte wohl Mordanschlag auf Orbán inszenieren
Aktualisiert am 21.03.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán schütteln sich während ihres Treffens im Senatspalast des Kremls in Moskau die Hände. (Quelle: Alexander Nemenov/Pool AFP via AP/dpa/dpa-bilder)
Viktor Orbán liegt in den Umfragen kurz vor der Wahl zurück. Russische Verbündete hatten offenbar einen Plan, um das zu ändern.
Russische Geheimdienstmitarbeiter haben offenbar einen Plan entworfen, der Viktor Orbán im ungarischen Wahlkampf helfen sollte. Laut der „Washington Post“ schlugen Agenten des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR demnach vor, ein Attentat auf den Ministerpräsidenten zu inszenieren, um die Stimmung im Land von wirtschaftlichen Problemen auf Sicherheit, Stabilität und Angst zu verschieben.
Der Bericht stützt sich auf ein internes Papier des SVR, das laut Zeitung von einem europäischen Geheimdienst beschafft und als echt eingestuft worden sei. Darin werde die sinkende Unterstützung für Orbán als ernstes Problem beschrieben. Hintergrund sei vor allem die schlechte wirtschaftliche Lage in Ungarn. In dem Papier heiße es zudem, eine solche Inszenierung könne den Wahlkampf aus dem „rationalen Bereich sozioökonomischer Fragen“ in ein emotionales Feld verschieben. Einen tatsächlichen Angriff auf Orbán habe es nicht gegeben.
Umfragen sehen Orbán hinter seinem Herausforderer Péter Magyar, einem früheren Fidesz-Politiker, der nun mit einem Anti-Korruptions-Kurs antritt. Nach Darstellung der Zeitung ist das Papier für die Hauptabteilung des SVR für politische Einflussoperationen erstellt worden. Die Autoren beschrieben demnach sehr konkret, wie sich der Wahlkampf verändern ließe. Ziel sei es gewesen, Fragen zu Lebensstandard, Wirtschaft und Unzufriedenheit in den Hintergrund zu drängen. Stattdessen sollten staatliche Sicherheit, Stabilität und die Verteidigung des politischen Systems zu den dominierenden Themen werden. Orbán behauptete zuletzt, Ukrainer planten Angriffe auf seine Familie.
Aus westlichen Sicherheitskreisen wird die Sorge beschrieben, Moskau könne weit mehr tun als bloße Propaganda. Demnach liefen bereits prorussische Kampagnen in sozialen Netzwerken, die Orbán als einzigen Garanten ungarischer Souveränität darstellen sollten. Zudem habe es laut dem Bericht Hinweise auf weitere Einflussoperationen gegeben, darunter mutmaßliche Schmutzkampagnen gegen Kandidaten der Tisza-Partei mit manipulierten Dokumenten und KI-Videos. Russische Stellen weisen die Vorwürfe zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von „Desinformation“, auch die russische Botschaft in Budapest bestritt jede Einmischung.
