
Raketenstart, sechs Tore, irre Wendungen: Ein denkwürdiges Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach endet beim 3:3 (2:2) ohne Sieger.
Das Duell der beiden großen Traditionsclubs begann mit einem Knallstart, wie es dieses Duell in der langen Historie noch nicht gesehen hatte. Blitzführung für die Gladbacher, dann ein Kölner Doppelschlag – nach sieben Minuten (!) führte der FC mit 2:1.
Köln kontert Gladbacher Führung
Anschließend drehte Borussia Mönchengladbach das Spiel, auch weil ausgerechnet der Ex-Kölner Jens Castrop über sich hinauswuchs und mit einem Zauber-Tor die Gladbacher wieder in Führung brachte (61.). Dennoch kam Köln noch einmal zurück und schaffte durch Eric Martel kurz vor Schluss den Ausgleich (84.).
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Kessler vermeidet Bekenntnis zu Kwasniok
Für Köln war es das siebte Spiel in Folge ohne Sieg. Ob das Aufbäumen gegen die Niederlage dem schwer in die Diskussionen geratenen FC-Trainer Lukas Kwasniok den Job rettet, ist fraglich.
Wir werden das Spiel sacken lassen. Vom Ergebnis her war es zu wenig.
Thomas Kessler, Sport-Geschäftsführer des FC
Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler vermied nach Abpfiff ein klares Bekenntnis, mit dem 44-Jährigen über die Länderspielpause hinaus weiterzumachen. „Wir hatten uns viel vorgenommen. Ich glaube, dass der eine Punkt zu wenig ist“, sagte Kessler zur Sportschau. „Wir werden das Spiel erst einmal sacken lassen. Aus der Emotion heraus Entscheidungen zu treffen, dafür bin ich nicht der richtige“, so Kessler.
Den Gladbachern half der eine Punkt dagegen mehr, auch wenn Trainer Eugen Polanski damit nicht ganz zufrieden war. „Wenn man auswärts drei Tore schießt, sollte man ein Spiel auch gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Dennoch ist ein Punkt gegen ein direkten Konkurrenten vollkommen in Ordnung“, sagte Polanski der Sportschau.
Rheinisches Derby mit Knallstart
Beide Teams trafen sich zum 100. Mal zu einem Spiel in der Fußball–Bundesliga. Einen solchen Start wie an diesem Samstagnachmittag bei herrlichem Frühlingswetter in Köln-Müngersdorf hatte es aber in den vorherigen 99 Aufeinandertreffen noch nicht gegeben.
Haris Tabakovic überrennt Rav van den Bergh
Das Spiel begann mit Vollspeed. Noch hatten nicht alle Zuschauer ihre Plätze in Köln-Müngersdorf eingenommen, da führten die Gäste vom Niederrhein nach 28 Sekunden Spielzeit bereits mit 1:0.
Gladbachs Castrop entwischt Kölns Neumann
Franck Honorat schoss einen langen Ball aus der eigenen Hälfte. Kölns Youngster Cenny Neumann zögerte einen Moment zu lange, und da war der ehemalige Kölner Jens Castrop (spielte von 2015 bis 2022 beim FC) seinem Gegenspieler auch schon entwischt, um FC-Keeper Marvin Schwäbe mit einem Flachschuss zu überwinden.
Keine halbe Minute nach Anpfiff führte Gladbach mit dem schnellsten Derbytor – allerdings nur drei Minuten lang. Nach einem langen Pass von Isak Johannesson legte sich Said El Mala den Ball zurecht und zog aus dann sofort aus der Drehung ab – 1:1 (4. Minute). Für El Mala war es der zehnte Saisontreffer.
Kölns Ache lässt Müngersdorf beben
Es kam noch besser für die Kölner. Kaminski nutzte den Platz auf der rechten Seite für eine sehr präzise Flanke, die der in der Mitte lauernde Ache zur Führung zum 2:1 eindrückte (7.).
Das Derby war nicht einmal acht Minuten alt und schon auf Puls 200. Köln hatte die trüben vergangenen Wochen in wenigen Minuten abgeschüttelt.
Gladbach kommt schnell zum Ausgleich
Zum Runterkochen blieb keine Zeit in diesem Expressderby. Auch weil sich die Gladbacher von dem frühen Kölner Doppelschlag nicht aus dem Konzept bringen ließen und schnell zum Ausgleich kamen.
Wieder war Castrop beteiligt, wieder ließ er den jungen Neumann stehen und brachte den Ball weit an den zweiten Pfosten, wo Philipp Sander im zweiten Nachfassen Schwäbe abermals überwand.
Castrop sorgt mit Zaubertor für Führung
2:2 nach 20 Minuten – mehr Unterhaltung ging nicht. Erst danach beruhigte sich das Spiel, wobei die Gladbacher allerdings abgeklärter in ihren Aktionen wirkten.
Die Coolness sollte sich im zweiten Abschnitt auszahlen und zwar in Person von Jens Castrop. Wieder schickte er Youngster Neumann ins Leere und traf bei seiner Aktion in der 61. Minute mit einem wunderschönen Distanzschuss zum 3:2. Schwäbe hatte keine Abwehrchance.
Gladbachs Castrop – „Weiß nicht, wie ich den treffe“
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Martel – erst Tor, dann Platzverweis
Erst dann reagierte Kwasniok und nahm den überforderten Cenny Neumann vom Feld. Die Kölner stemmten sich nach dem Rückstand gegen die Niederlage – mit Erfolg.
Nach einer Ecke von Kaminski köpfte Eric Martel in der 84. Minute den Ausgleich zum 3:3. Zwei Minuten später war Schluss für den FC-Mittelfelspieler. Nach einem Ellbogencheck musste er vorzeitig mit der Gelb-Roten Karte vom Feld.
Köln überstand die Unterzahl und so fand dieses außergewöhnliche Rheinderby keinen Sieger.
Kölns Martel – „Das wird uns Mut geben“
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FC in Frankfurt, Gladbach gegen Heidenheim
Für die Kölner geht es nach der Länderspielpause am 5. April mit einem Gastspiel bei Eintracht Frankfurt weiter, während die Borussia bereits einen Tag früher vor eigenem Publikum auf Schlusslicht 1. FC Heidenheim trifft.
Unsere Quellen:
Live-Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach
Sendung: WDR.de | Köln und Gladbach trennen sich remis – die Audio-Highlights | 21. März, 17:20 Uhr