Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj will russisches Öl beschlagnahmen
Aktualisiert am 22.03.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 18 Min.
Wolodymyr Selenskyj: Er will russisches Erdöl einkassieren. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Le Parisien / Arnaud Journois/imago)
Selenskyj will russisches Rohöl beschlagnahmen. In Kiew gibt es massive Stromausfälle. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russische Truppen haben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA das Dorf Potapiwka in der nordostukrainischen Region Sumy eingenommen. RIA berief sich auf das russische Verteidigungsministerium. Zudem wehrte die russische Luftabwehr nach Angaben des Regionalgouverneurs Radij Chabirow einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Ufa in der Region Baschkortostan ab. Die Drohnen seien in der Nähe der Ölraffinerien der Stadt abgeschossen worden.
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Personenzug in der Ukraine ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Zug im Gebiet Odessa hielt und sollte geräumt werden, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja auf Telegram mitteilte. Dabei sei eine Schaffnerin von einem entgegenkommenden Zug getötet worden, der ebenfalls einen Haltepunkt zur Evakuierung ansteuerte. Ein Passagier sei verletzt worden.
Die Bahn berichtete noch von einem weiteren Angriff auf einen Zug im Gebiet Dnipropetrowsk. Dort sei die Räumung problemlos verlaufen.
Die ukrainische Eisenbahn hält trotz mehr als vier Jahren Krieg den Betrieb aufrecht und trägt zum Überleben des angegriffenen Landes bei. In den vergangenen Monaten hat die russische Armee verstärkt auf Bahnhöfe und Züge gezielt. Die ukrainische Bahn versucht ihre Lokomotiven durch käfigartige Aufbauten gegen Drohnen zu schützen.
Vor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der russischen „Schattenflotte“ hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen gefordert. „Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten.
In Teilen der ukrainischen Hauptstadt Kiew fallen Strom- und Wasserversorgung aus. Grund dafür sei ein Zwischenfall im Stromnetz, teilen die Behörden mit. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Versorgung in den Gebieten östlich des Flusses Dnipro wiederherzustellen, erklärt die Stadtverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur führen in Kiew und anderen Großstädten immer wieder zu teils längeren Stromausfällen.
