Blick in die Frankfurter Börse

marktbericht

Stand: 23.03.2026 • 10:40 Uhr

Die Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, iranische Energieanlagen zu zerstören, sorgt an den Finanzmärkten für große Nervosität. Zum Handelsstart verliert der DAX rund zwei Prozent, der Ölpreis steigt kräftig.

Die Unruhe an den Börsen wird immer größer: Der DAX sinkt im frühen Handel um rund zwei Prozent auf 21.940 Punkte. Die Anleger fürchten eine weitere Eskalation des Kriegs im Nahen Osten.

In der Nacht zu Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen. Teheran drohte seinerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.

„Von einer Deeskalation sind die Kriegsparteien weit entfernt“, kommentiert Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Die Investoren sähen dem Ablauf des Ultimatums angespannt entgegen und hofften noch auf eine Einigung.

„Sollte es zu einer Ausweitung der Angriffe kommen, dürften die Rohölpreise erneut massiv ansteigen und die befürchteten Preisniveaus oberhalb von 120 US-Dollar erreichen“, stellt Lipkow fest. „Langfristig könnten sich die Notierungen dann dort festsetzen und so entsprechende negative Folgen für Inflations- und Wirtschaftsentwicklungen nach sich ziehen.“

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich heute in der Spitze um 1,9 Prozent auf bis zu 114,35 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI steigt in der Spitze um mehr als drei Prozent auf 101,50 Dollar.

Steigende Energiepreise haben Folgen: Die Anleger fürchten, dass die deutlich gestiegenen Energiepreise die Inflation antreiben könnte. Dann wäre eine restriktivere Geldpolitik der Notenbanken nicht ausgeschlossen. Die US-Notenbank Federal Reserve oder die Europäische Zentralbank (EZB) könnten mit Zinserhöhungen reagieren, was wiederum den Aktienmarkt belasten würde, so das Kalkül der Investoren. Die möglichen Zinserhöhungen werden nun an den Märkten eingepreist.

Die Investoren justieren deshalb ihre Depots neu. „Festverzinsliche Anlagen ohne Kursrisiko sind derzeit Trumpf“, schreibt Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank. „Die Anleger sorgen sich mehr um den Erhalt ihres Kapitals, als darum, eine Rendite zu erwirtschaften. Die Nachfrage nach Absicherungen wächst, denn weitere Kursverluste sind nicht auszuschließen.“

Besserung ist für die Aktienmärkte nicht in Sicht: „Die Sorgen an den Kapitalmärkten über die Auswirkungen des Kriegs nehmen zu“, schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. „Je länger sich die Lage hinzieht, desto stärker spüren alle Wirtschaftsteilnehmer die Folgen im Alltag, und desto wahrscheinlicher werden auch gesamtwirtschaftliche Folgen, etwa eine Dämpfung der ohnehin nicht überschwänglichen Konjunktur in den europäischen Volkswirtschaften“, unterstreicht der Experte.

Der Goldpreis sackte auf den tiefsten Stand des Jahres. Eine Feinunze Gold verbilligt sich um mehr als sieben Prozent auf bis zu 4136,20 Dollar und fällt damit den neunten Handelstag in Folge. Vergangene Woche hatte das Edelmetall mit einem Minus von mehr als zehn Prozent den größten Wochenverlust seit rund 43 Jahren verzeichnet. Von seinem Rekordhoch von 5.594,82 Dollar am 29. Januar hat sich Gold inzwischen um mehr als 20 Prozent entfernt.

„Angesichts des nun schon in der vierten Woche andauernden Iran-Konflikts und der Ölpreise um die 100-Dollar-Marke haben sich die Erwartungen von Zinssenkungen zu potenziellen Zinserhöhungen verschoben, was die Attraktivität von Gold aus Renditesicht geschmälert hat“, sagte Tim Waterer, Marktanalyst bei KCM Trade.

Die von Elon Musk geführten Unternehmen SpaceX und Tesla wollen im texanischen Austin zwei hochmoderne Chipfabriken bauen. Musk kündigte das Projekt mit dem Namen „Terafab“ gestern auf seiner Online-Plattform X an. Ein Werk solle Halbleiter für Autos und humanoide Roboter produzieren, das andere sei für Rechenzentren mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Weltraum gedacht.