Gesondert erklären wird Parensen bei den Jänner-Transfers wohl nur müssen, was die Gedanken zur Leihe von Rory Wilson im Angriff waren. Da fehlt mir die Fantasie, was Sturm dazu bewogen hat, genau diesen jungen Mann für eine Leihe bis Sommer auszusuchen. Offensichtlich kann er weder kurzfristig helfen, noch scheint er im Moment überhaupt im Erwachsenenfußball einsetzbar.
Keine schlechten Karten für das Triple
Dafür kommt ein anderer Stürmer immer besser in Schuss, der ständig – vielfach auch absolut unter der Gürtellinie – in der Kritik stand. Seedy Jatta zeigt gute Leistungen, wird unter dem neuen Coach auch wieder mit Bällen versorgt, mit denen er etwas anfangen kann. Er war etwa gegen Blau-Weiß Linz und die Austria einer der Spieler, die den Unterschied machten. Dazu kommt Dreh- und Angelpunkt Otar Kiteishvili wieder in Form, Filip Rozga fügt sich nach und nach ein und Youngster JP Hödl wird langsam unverzichtbar in diesem Kader.
Das zusammengenommen, hat Sturm keine schlechten Karten bis zum Ende in der Verlosung für eine dritte Meisterschaft in Folge zu bleiben. Die Stimmung um den Verein wird nämlich auch wieder besser. Ein Verdienst der Fangruppen, die sich schon zum Ende des Grunddurchgangs mit motivierendem und mitreißendem Verhalten hervorgetan haben und für guten Wind gesorgt haben.
Die Nordkurve ist in guter Form, reißt Liebenau mit und lässt sich auch von wirklich unansehnlichen Fußballspielen nicht aus dem Konzept bringen. Dieser Support von den Rängen kann, angesichts der sportlich ausgeglichenen Schonkost aller Teams, durchaus ein Umstand sein, der am Ende den Unterschied macht.
Jürgen Pucher ist Buchautor, Politikwissenschaftler, Fußballjournalist und praktizierender Sturmfan in Wien. Der Steirer war Mitgründer der Fanplattform Sturm12.at. Seit 2015 ist Pucher als Betreiber des Podcast BlackFM aktiv, der sich den „Schwoazn“ widmet. Für 90minuten.at schreibt er in regelmäßigen Abständen die Kolumne „12 Meter“.