Auf der neuen Goiania-Strecke in Brasilien hieß der Gegner von Marc Marquez Fabio Di Giannantonio. Im Sprint konnte sich der amtierende MotoGP-Weltmeister nach einem kleinen Fehler des Italieners durchsetzen und gewinnen. Es war sein erster Rennsieg seit Misano Mitte September 2025.
Mit seinem 16. Sprint-Sieg egalisierte Marquez die Rekordmarke von Jorge Martin. Beide halten nun bei 31 Podestplätzen im Samstagsrennen. Im Grand Prix duellierte sich Marquez erneut mit Di Giannantonio. Diesmal aber behielt der VR46-Fahrer die Oberhand.
An genau jener Stelle, an der Di Giannantonio im Sprint den Fehler gemacht hatte, unterlief Marquez der entscheidende Fehler. Es war hinter den beiden Aprilia-Fahrern das Duell um Platz drei. Marquez kam als Vierter ins Ziel.
„Ich bin zufrieden mit meinem Rennen“, betont der Ducati-Werksfahrer. „Ich hatte das Gefühl, dass ich mich Schritt für Schritt besser gefühlt habe. Wir wissen, wo wir Probleme haben, also müssen wir uns dort verbessern.“
„Aber abgesehen davon, wenn man das gesamte Wochenende und alle Punkte betrachtet, war es ein gutes Wochenende. Wenn man nicht auf dem Podium steht, ist man nie wirklich zufrieden. Ich versuche, das gesamte Wochenende zu bewerten. Den Sprint und das Rennen.“
„Am Ende haben wir ganz ordentlich wichtige Punkte auf einer Strecke geholt, vor der ich ein bisschen Respekt hatte wegen der vielen Rechtskurven. Im Rennen wäre das Podium möglich gewesen, aber ich habe einen Fehler in der Kurve gemacht, wo der Asphalt aufgebrochen ist.“
Marquez wollte in dieser Situation keinen Sturz riskieren und verwaltete schließlich in den letzten Runden den vierten Platz. Deshalb spricht er von einem „akzeptablen“ Wochenende. Ärgert es ihn trotzdem, dass ihn Di Giannantonio mit demselben Motorrad besiegt hat?
„Nein, nein, nein. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Ich war dabei, fuhr gut, fuhr entspannt. Es stimmt, dass er ein sehr gutes Wochenende hatte. Aber ich bin wirklich froh, weil ich mich in Thailand nicht so gut gefühlt habe.“
Marquez noch nicht auf Niveau des Vorjahres
„Hier fühle ich mich besser, und ich hoffe, dass ich Schritt für Schritt weiter wachse.“ Auf die Frage, was er besser machen muss, antwortet er: „Also, mir fehlen die ersten Runden. Was das Gefühl auf dem Motorrad angeht, ist es immer noch weit entfernt vom Gefühl im Vorjahr.“
„Schauen wir mal, ob ich dann in Austin weiterarbeiten kann. Danach haben wir drei Wochen zu Hause, um weiterzumachen. Wir versuchen, die Balance des Motorrads anzupassen, denn wie man im TV gesehen hat, haben Fabio und ich völlig unterschiedliche Fahrstile.“
„Und es sieht so aus, als würde ich mich in diesem Jahr ein bisschen mehr abmühen“, meint Marquez. „Wir versuchen also gemeinsam mit Ducati zu verstehen, wie wir meinen Fahrstil besser zur Geltung bringen können.“

Marc Marquez mit seinem Crewchief Marco Rigamonti
Foto: Getty Images South America
Marco Bezzecchi hat nun die letzten vier Grands Prix gewonnen. Aprilia hat in Brasilien einen Doppelsieg gefeiert. Die Dominanz von Ducati ist verschwunden. Aber Marquez will noch keine endgültigen Schlüsse ziehen.
Denn er meint: „Also, man kann das Niveau eines Fahrers oder das Niveau des Motorrads nicht an einem einzigen Rennen festmachen. Man braucht fünf Rennen, um zu verstehen, wo man steht. Hier hatten wir nicht die Reifenkarkasse, die wir die ganze Saison über haben werden.“
„In Austin werden wir eine andere Karkasse haben. Das Wichtigste für mich, für eine Meisterschaft, ist es, präsent zu sein. Und genau das versuche ich. Bei Regen präsent sein. Bei feuchten Bedingungen präsent sein. Auf neuen Strecken präsent sein.“
„Es stimmt, dass ich nicht so fahre, wie ich es gerne würde, aber ich spüre einen Schritt nach vorne von Thailand bis hierher. Das gibt mir positive Energie, um weiterzumachen.“ Nach zwei Rennwochenenden ist Marquez WM-Fünfter, 22 Punkte hinter Bezzecchi.
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