Seit mehreren Wochen sorgen schwere Vorwürfe gegen einen früher für den ÖTTV, den NÖTTV und einen niederösterreichischen Verein tätigen Trainer für Aufsehen. Es geht dabei um mögliche Grenzüberschreitungen im Umgang mit Jugendlichen, die teils bereits in Medien thematisiert wurden. Laut Berichten ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Dem Standard sollen mehrere Bilder, Videos und Screenshots vorliegen, welche die schwerwiegenden Vorwürfe untermauern.
Während die Ermittlungen laufen, wollte der Coach bislang öffentlich nicht Stellung beziehen. Jetzt hat er der NÖN jedoch eine eidesstattliche Erklärung übermittelt, in der er ausführlich auf die Anschuldigungen reagiert und seine Sicht der Dinge darlegt.
Der Trainer erklärt, er habe zunächst bewusst geschwiegen, weil er den Ausgang der Ermittlungen abwarten wollte. Die jüngsten Berichte hätten ihn aber veranlasst, seine Position öffentlich klarzustellen. Er spricht von „unrichtigen Behauptungen“ und davon, dass Situationen „unvollständig oder verzerrt wiedergegeben“ worden seien.
Enges Verhältnis zur Familie einer Spielerin
Nach einer ausführlichen Schilderung seiner angeblich engen Beziehung zu einer Familie einer jungen Spielerin, die er betreute, und dem Vorwurf, diese Familie würde nun „geförderte Verhaltensweisen in der Darstellung verdrehen, obwohl ihnen von Anfang an bewusst sein musste, dass unsere Zusammenarbeit über ein klassisches Trainer-Spieler-Verhältnis weit hinausgeht“, widmet sich der Trainer mehreren konkreten Punkten im Detail.
Brief: „keinerlei Liebeserklärung“
Das als „Liebesbrief“ bezeichnete Schriftstück existiere zwar, habe aber keinen romantischen Inhalt, sondern ausschließlich sportliche Themen behandelt. Verfasst worden sei es, weil sich das „Trainer-Spieler-Verhältnis ohne für mich erkenntlichen Grund drastisch verschlechterte und es mir ein Anliegen war, die Gründe dafür zu erfahren bzw. gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Verbesserung der Trainingssituation herbeizuführen.“
Auch über einen gemeinsamen Besuch einer Infrarotkabine wurde berichtet. Der Trainer erklärt dazu, dies habe in der Gruppe stattgefunden, in angemessener Sport- bzw. Badebekleidung und stets in Anwesenheit weiblicher Betreuungspersonen.
Gemeinsame Betrachtung von Sexspielzeug?
Der ehemalige Coach geht auch auf den Vorwurf ein, der sich auf ein Trainingslager im Ausland beziehen soll. Er führt aus, dass er damals als Betreuungsperson mit insgesamt sechs Sportlerinnen und Sportlern unterwegs gewesen sei, mit drei Jugendlichen habe er sich ein Zimmer geteilt. Laut Vorwürfen soll es die gemeinsame Betrachtung von Sexspielzeug im Internet gegeben haben. „Ich möchte dazu festhalten, dass ich keinem Nachwuchsspieler derartige Inhalte im Internet gezeigt habe“, erklärt der Coach. Möglich sei jedoch, dass ein Jugendlicher im Zimmer während eines Trainingslagers mit seinem eigenen Handy entsprechende Seiten aufgerufen habe.
Auch auf den Vorwurf, er habe sich zu Spielerinnen ins Bett gelegt, um dort Besprechungen durchzuführen, geht der Coach ein. Leistungsbesprechungen in Hotelzimmern seien laut dem Trainer im internationalen Nachwuchssport üblich, wenn keine separaten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Gespräche hätten auch auf Betten stattfinden können, da in Hotelzimmern oft keine anderen Sitzgelegenheiten verfügbar seien.
„Zu keinem Zeitpunkt sexuell belästigt“
Der Trainer betont, er habe die von ihm betreuten Sportlerinnen „zu keinem Zeitpunkt sexuell belästigt“ oder seine „Stellung als Trainer missbraucht“. Er erklärt weiter, er habe stets im Sinne der Athletinnen und Athleten gehandelt und empfinde es als „unangebracht und belastend“, dass sein Verhalten nun „im Nachhinein teilweise in eine völlig andere Richtung interpretiert wird.“
Abschließend hielt er fest, dass er darauf vertraut, „dass die vollständige Aufklärung der aktuell diskutierten Situation zu einem sachlichen und fairen Gesamtbild führen wird.“

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