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Viele Menschen haben Angst vor dem Altwerden. Doch hängt diese Sorge mit biologischer Alterung selbst zusammen? Ein Team um Mariana Rodrigues von der New York University School of Global Public Health untersuchte dafür die Blutproben von 726 Frauen im Alter von 25 bis 74 Jahren. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „Psychoneuroendocrinology“.

Die Forscher maßen mit einem speziellen DNA-Marker namens DunedinPACE die aktuelle Geschwindigkeit des Alterns. Ergebnis: Frauen mit großer Angst vor Krankheiten im Alter zeigten ein höheres biologisches Alterungstempo. Der Zusammenhang war klein, aber statistisch signifikant. Er zeigte sich auch dann noch, wenn verschiedene soziale Faktoren und chronische Erkrankungen berücksichtigt wurden. Doch als die Wissenschaftler zusätzlich Rauchen, Alkoholkonsum und Körpergewicht berücksichtigten, war der Zusammenhang statistisch nicht mehr signifikant. Das deutet darauf hin, dass Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen könnten. Ob die Sorge selbst direkt wirkt oder eher über begleitende Gewohnheiten, lässt sich mit diesen Daten nicht klären.

Mehr zum ThemaAndere Sorgen ohne klaren Effekt

Sorgen, im Alter weniger attraktiv zu sein oder keine Kinder mehr bekommen zu können, zeigten keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit dem biologischen Alterungstempo. Ein Gesamtwert aus allen drei Sorgen zeigte zunächst ein leicht erhöhtes Tempo. Wurden jedoch Vorerkrankungen und Lebensstil berücksichtigt, verschwand dieser Effekt. Ein zweiter Messwert (GrimAge2), der über Jahre angesammelte körperliche Schäden abbildet, zeigte ebenfalls keinen erkennbaren Bezug zu den Sorgen.

Was die Studie nicht beweist

Die Studie zeigt einen Zusammenhang. Einen Beweis dafür, dass Angst vor dem Altern den Prozess tatsächlich beschleunigt, liefert sie jedoch nicht. Das ist möglich, aber ebenso denkbar ist der umgekehrte Fall: dass ein schlechterer Gesundheitszustand die Sorgen vor dem Älterwerden verstärkt. Zudem wurde jede Sorge nur mit einer Frage erfasst, was die Messgenauigkeit einschränken kann.