2018 fand das Format allerdings ein jähes Ende. Ben Salomo zog sich aus der Rap-Szene aufgrund antisemitischer Entwicklungen zurück. Mit TopTierTakeover hat das Format einen geistigen Nachfolger spendiert bekommen, das unter anderem auch durch das „Alpha Royale“ – ein gemeinsames Turnier mit Kollegahs Label Alpha Music Empire – ordentlich Welle machen konnte. Doch die Corona-Pandemie sollte dem Live-Geschäft schon bald einen gewaltigen Strich durch sämtliche Rechnungen machen. Host Tierstar wich auf Twitch aus und begründete sein „Echter Gehts Nicht„-Format, das mittlerweile auch den großen Teil der Views auf dem Toptier Germany-Kanal ausmacht.
DLTLLY hatte in den Jahren vor Corona einen Peak. Battles von Mikesh (ihr merkt, der Name fällt häufig), Yarambo, SSYNIC oder Bong Teggy zählen zu den besten ihrer Zeit. 2020 mussten dann mehrere Spendenaufrufe gestartet werden, um das Format überhaupt noch am Leben zu erhalten. Andere, nischigere Formate wie die Battlerap Bundesliga oder Du & Deine Lines haben ihre Pforten mittlerweile geschlossen und erfüllen heute maximal noch archivische Zwecke.
Klar, ganz gestorben ist die Szene nie, zwischenzeitlich sah es aber doch vergleichsweise düster aus. Plötzlich schien der symbolische Boxring aus Feuer über Deutschland-Zeiten dem tatsächlichen Kampfsport zu weichen, als sich Rapper wie Manuellsen und Bözemann im Zuge der „Access All Areas Fighting Series“ nicht mehr verbal, sondern körperlich angingen – starkes Foreshadowing seitens FüD an dieser Stelle.
Umso bemerkenswerter ist es doch, dass wir heute wieder von einem großen Aufschwung im Battlerap sprechen können. Und damit widmen wir uns der Kernfrage unseres Artikels:
Warum stehen die Zeichen für Battlerap momentan so gut?
Auf der Suche nach der Antwort kommen wir wohl nicht um den Namen beastboy herum. Jede Person, mit der wir im Zuge unserer Recherche gesprochen haben, hat ihn mindestens als Teil der Begründung aufgeführt. Seine beiden Battles haben im letzten Jahr „ordentlich zur Reichweite beigetragen“, bestätigt uns auch Jamie von DLTLLY.
Als beastboy im März 2025 mit einem On-Beat-Battle gegen Davie Jones sein Debüt in dieser Disziplin abhielt, war das ein Happening sondergleichen. Im Jahr zuvor hatte sich der früher als Taddl bekannte YouTuber eigentlich vollends zurückgezogen. Er cancelte sich selbst. Sein DLTLLY-Auftritt war die erste wirkliche Rückkehr in die Öffentlichkeit, was allein deshalb schon eine Menge Aufmerksamkeit erzeugte.
Ein zweites Battle, diesmal a cappella gegen SSYNIC, folgte wenige Monate später. Die beachtliche Leistung bei seinem Debüt ist auch an Mr. Respektlos nicht vorbeigegangen, der seine erste Runde mit einer Lobpreisung endete. Vermeintliche Nettigkeit, die Druck beim Gegner aufbaut. Tatsächlich hat sich beastboy daraufhin immer mal wieder verhaspelt, vollends zufrieden war er mit seiner Leistung also nicht, wie er unter anderem im Interview mit Aria erklärte. So objektiv wie möglich betrachtet lieferte er aber immer noch mehr als solide Runden ab. Und auch SSYNIC war an dem Abend in Topform.