Beim Vienna City Marathon könnten es am 19. April die Frauen sein, die für die spitzensportlichen Highlights sorgen. Die Titelverteidigerin Betty Chepkemoi hatte ihren Start bereits frühzeitig zugesagt. Die Kenianerin, die im Vorjahr bei eisiger Kälte in 2:24:14 Stunden gewann, wird sich jedoch deutlich steigern müssen, um einen weiteren Triumph feiern zu können. Zwei Äthiopierinnen sind die Favoritinnen: Haftamnesh Tesfaye hat eine Bestzeit von 2:20:13 Stunden, und Tigist Gezahagn gewann im Januar bereits den Doha-Marathon mit 2:21:14. Beide haben das Potenzial, den Streckenrekord der Kenianerin Vibian Chepkirui zu unterbieten, die 2022 mit 2:20:59 gewann. Bei idealen Bedingungen könnte es in Wien sogar einen Angriff auf die erste Frauenzeit unter 2:20 Stunden in Österreich geben.

Haftamnesh Tesfaye, die sich nach einer längeren Mutterschafts-Pause jetzt mit einem starken Marathon zurückmelden möchte, ist die Schwester von Foyten Tesfaye, die am 15. März beim Barcelona-Marathon für Schlagzeilen sorgte. In 2:10:51 Stunden feierte sie ein unglaubliches Marathon-Debüt und erzielte auf Anhieb die zweitschnellste je gelaufene Zeit. Haftamnesh Tesfaye trainiert in einer extrem starken Trainingsgruppe in Addis Abeba. Neben ihrer Schwester sind zum Beispiel die Olympia-Zweite und ehemalige Weltrekordhalterin Tigst Assefa, die aktuelle Chicago-Marathon-Siegerin Hawi Feysa sowie Tigist Ketema, Gewinnerin der Marathonrennen von Dubai und Berlin 2024, ihre Trainingspartnerinnen.

Auch Tigist Gezahagn plant ein schnelles Rennen in Wien. „Tigist hat sich nach Doha gut erholt und ihre Vorbereitung auf Wien verläuft sehr positiv. Wenn die Wetterbedingungen passen, ist eine sehr starke Leistung möglich“, sagt ihr Manager Tadesse Abraham, der ehemalige Schweizer Topläufer, der nach wie vor den Marathon-Landesrekord hält (2:04:40).

Verletzung stoppt Sifan Hassan

Die Marathon-Olympiasiegerin Sifan Hassan (Niederlande) kann in diesem Frühjahr keinen Marathon laufen. Sie muss verletzungsbedingt auf ihren Start beim hochkarätigen London-Marathon am 26. April verzichten. Dies gaben die Veranstalter des Rennens bekannt. Sifan Hassan hat sich beim Training auf dem Laufband bereits vor sechs Wochen eine Achillessehnenverletzung zugezogen. „Es war eine schwere Entscheidung. Aber der London-Marathon ist das bestbesetzte Rennen weltweit. Um dort auf diesem Level eine Rolle spielen zu können, muss man perfekt in Form sein. Ich hatte gehofft, dass die Verletzung rechtzeitig abklingt. Aber ich merkte während des Trainings, dass ich nicht das nötige Niveau erreichen kann“, erklärte Sifan Hassan.