
Im Sommer strömen Badegäste an die Donauinsel
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APA/Wien Museum/Klaus Pichler
Die Donauinsel, ursprünglich als rein technisches Hochwasserschutzprojekt konzipiert und umstritten, ist aus dem Stadtbild Wiens nicht mehr wegzudenken. An Sommertagen sind auf dem über 21 km langen und bis zu 250 Meter breiten Gelände mehr als 200.000 Personen unterwegs. Das war beim Startschuss für das Projekt 1969 nicht vorhersehbar. Das Wien Museum beleuchtet mit einer Schau Geschichte und Gegenwart des Naherholungsgebiets aus historischer und ökologischer Perspektive.
Im Abschnitt „Vor der Insel“ zeigt sich, dass schon der ersten Donauregulierung jahrzehntelange Debatten vorausgingen. Ein eingerichtetes Überschwemmungsgebiet, das nicht bebaut werden dürfte, lockte Badende, aber auch Kühe weideten dort, wie auf Fotografien zu sehen. Kuratorin Nussbaumer sprach bei einer Pressekonferenz am Mittwoch von einer verschwundenen Landschaft, die man ins Gedächtnis zurückholen wollte. Die wilde Nutzung dieses Überschwemmungsgebietes für Freizeitaktivitäten – es gab sogar Wirtshäuser – nahm die spätere Verwendung der Donauinsel vorweg. In der Schau darf man über ein „Lobaufetzerl“ schmunzeln, eine sehr knappe Art Badehose, die FKK-Befürworter bei Polizeikontrollen rasch überstreifen konnten.