In vielen Geschäften stehen gerade vor Ostern viele Eier-Regale leer. Besonders oft ausverkauft sind Zehner-Packungen mit Eiern in Bio-Qualität, bestätigt der Produzentenverband EZG-Frischei. Doch auch Freilandeier sind immer wieder ausverkauft.
„Die Versorgungslage bleibt sicher bis Ostern angespannt“, erklärt der EZG-Obmann Günther Wenninger. Als Hauptgrund gilt nach wie vor die Vogelgrippe, die in einigen europäischen Ländern grassiert. Dazu verstärken die Hochsaison im Tourismus und die gestiegene private Nachfrage aufgrund des Protein-Booms den Mangel.
Im Hinblick auf das Osterfest haben sich die Supermärkte verstärkt mit Eiern eingedeckt. Um besser versorgt zu sein und leere Regale zu vermeiden, hat die Supermarktkette Spar nun Frischeier von einem bayerischen Betrieb ins Sortiment genommen.
Die Eier aus Bayern werden bereits in den Spar-Filialen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Tirol verkauft. Ein Schritt, der die heimischen Bauern schäumen lässt. Produzentenvertreter Wenninger spricht von „großer Verärgerung“.
Doch nicht alle Supermärkte gehen diesen unpopulären Schritt. Rewe-Töchter Billa, Adeg und Penny und der Diskonter Lidl haben eigenen Angaben zufolge nur österreichische Eier im Sortiment, sowohl frisch als auch gekocht und gefärbt. Hofer kauft ebenso vor Ostern „vorübergehend“ Eier aus anderen EU-Ländern zu, jedoch nur „ausschließlich für kurzfristige Aktionsartikel“.
Wie lange Spar indes Eier aus Bayern im Sortiment führe, ist offen. Das hänge von der Versorgungslage bei den heimischen Betrieben ab, heißt es bei der Handelskette. Nach Ostern könnte die Nachfrage deutlich sinken, auch bedingt durch das Ende der Tourismussaison.
Mit einer Produktion von mehr als zwei Milliarden Eiern pro Jahr hat Österreich einen Eigenversorgungsgrad von rund 87 Prozent. Die Hühnerbauern bauen aufgrund der Engpässe ihre Kapazitäten aus. Die Zahl der Legehennen soll von derzeit 7,5 Millionen bis auf 8 Millionen steigen.
Derzeit werden neue Eier-Lieferverträge zwischen dem Handel und den Eierbauern verhandelt. „Der Iran-Krieg verheißt nichts Gutes“, sagt Branchenvertreter Wenninger. Die gestiegenen Energiekosten müssten abgegolten werden, entweder vom Handel oder den KonsumentInnen. (TT, APA)