Ein aktuelles Performance-Ranking zeigt, wie zufrieden die Mieter in europäischen Outlet-Centern sind. Ein österreichisches Center schafft es auf Platz drei.

Der europäische Outlet-Markt ist stabil, aber kaum noch in Bewegung. Das zeigt der aktuelle „Outlet Centre Performance Report Europe“ der deutschen Beratungsfirma Ecostra, der auf einer Befragung von 68 internationalen Markenherstellern basiert, die als Mieter in einem europäischen Outlet-Center vertreten sind. Ein österreichisches Center schafft es unter die Top-3. Welche europäischen Center für Mieter besonders profitabel sind und wer diesmal die „rote Laterne“ für die größte Unzufriedenheit erhält

Angeführt wird das Ranking erneut vom spanischen La Roca Village in Barcelona (Betreiber: Value Retail), gefolgt vom Zweitplatzierten Designer Outlet Roermond und Rang drei belegt Parndorf im Burgenland, beide aus dem Portfolio von McArthurGlen. Dahinter reihen sich weitere bekannte Namen wie Las Rozas Village (Value Retail), Bicester Village (Value Retail) oder mehrere italienische McArthurGlen-Standorte ein.

Insgesamt zeigt sich eine klare Struktur: Die Top-10 werden von einigen großen Betreibern dominiert – insbesondere McArthurGlen und Value Retail, ergänzt durch einzelne Standorte von VIA Outlets oder der Outletcity AG. Die Zusammensetzung der Spitzengruppe hat sich dabei kaum verändert. „Das sind alles altbekannte Center, die sich schon immer in der europäischen Spitzengruppe positionieren konnten“, sagt Joachim Will, Ecostra-Geschäftsführer, in einer aktuellen Aussendung am Mittwoch. Das Ranking gleiche eher einem „Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel“ als einer echten Verschiebung der Marktverhältnisse. Man könne „fast von einer geschlossenen Gesellschaft sprechen“, so Will weiter.

Diese Stabilität zeigt sich nicht nur bei den Standorten, sondern auch bei den Betreibern. Selbst die Auszeichnung für den besten Betreiber geht seit Jahren an dieselben Akteure. 2025 liegt erneut die Outletcity AG vor McArthurGlen. „Bislang hat entweder McArthurGlen oder die Outletcity AG diesen Wettbewerb gewonnen. Kein anderer Betreiber konnte diese beiden bislang vom Thron stoßen“, heißt es im Bericht. Damit konzentriert sich der Markt zunehmend auf wenige große Plattformen, die ihre Positionen über Jahre hinweg behaupten.

Gerade weil sie selten sind, gewinnen neue Outlet-Projekte besondere Aufmerksamkeit. Als Beispiel wird das 2023 eröffnete Designer Outlet Paris-Giverny genannt, das es bereits unter die Top-20 geschafft hat. Laut dem Ecostra-Bericht seien Neueröffnungen, die sich sofort in der Spitzengruppe platzieren „äußerst selten“. Dass es in diesem Fall dennoch gelungen ist, wird auch mit dem hohen Mitteleinsatz erklärt. Rund 200 Millionen Euro wurden investiert, um Architektur, Markenmix und Standort entsprechend zu positionieren. Die Mieter äußern sich durchwegs positiv, ihre Shops werfen in diesem Center „sehr zufriedenstellende Erträge“ ab.

Auch bei den Centern mit den unzufriedensten Mietern sei die Situation der Beratungsfirma zufolge „fast wie einzementiert“. Die sogenannte „rote Laterne“ für die Schlusslichter im Ranking erhält das Fashion Outlet Marl in Deutschland. Und das seit 2022 bereits im vierten Jahr in Folge. Auffällig sei, dass unter den zehn von den Outlet-Mietern am schlechtesten bewerteten Centern, sieben Objekte ihren Standort in Frankreich und zwei in Deutschland haben. „Hierbei handelt es sich um durchaus etablierte Outlet-Märkte mit hoher Kaufkraft und einer markenorientierten Bevölkerung“, sagt Will, der für diese Situation noch keine Erklärung hat. (taru)

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