Kurzfassung des Artikels:
In Melle bietet die Interior Designerin Jana Möller individuelle Wohnberatung an, um persönliche Rückzugsorte jenseits von Luxus-Trends zu schaffen.

Nach Linguistik-Studium und Auslandsaufenthalten gründete die zweifache Mutter ihr eigenes Unternehmen, um Interior Design persönlich und bezahlbar anzubieten.

Möller bezieht in die Gestaltung die Lebenssituation und Vorlieben der Bewohner ein und erstellt auf Basis persönlicher Interviews maßgeschneiderte Wohnkonzepte.

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Ihre Arbeitsgeräte: Ein Tablet und ein kleiner Musterkoffer. Ihr Auftrag: Wohlfühl-Oasen schaffen. Jenseits von Minimalismus-Trends oder Dopamin-Dekoren möchte Jana Möller Menschen dabei unterstützen, ihr Zuhause zu einem Refugium zu machen. Einem individuellen Rückzugsort, der den Charakter der Bewohner widerspiegelt, ihrer Persönlichkeit entspricht. Nach ihrer Ausbildung zur Interior-Designerin hat sich die 36-Jährige deshalb als Gründerin von JM Interior Design mit Sitz in Melle selbstständig gemacht.

In einem Musterkoffer stellt Jana Möller Farb- und Materialmuster zusammen, damit ihre Kunden Farben und Haptik sinnlich erfahren können.
Foto: Bettina Klimek

In einem Musterkoffer stellt Jana Möller Farb- und Materialmuster zusammen, damit ihre Kunden Farben und Haptik sinnlich erfahren können.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

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„Mir ist wichtig, etwas Sinnvolles zu tun – und ich wollte nicht den ganzen Tag an den Schreibtisch gefesselt sein“, sagt Möller. Eigentlich hat sie Linguistik studiert, danach als Journalistin für verschiedene Online-Magazine geschrieben. Auch über Einrichtungstrends. „Mich hat Interior-Design schon immer interessiert.“ Nach einigen privaten Schicksalsschlägen stand ihr Entschluss fest: „Warum aufschieben? Ich mache mich jetzt selbständig.“

Wie Interior-Design auf Lebensphasen reagieren kann

„Schon immer“ hat sie im Familien- und Freundeskreis Tipps für die Umgestaltung von Wohnraum gegeben. „Die Lebenssituation ändert sich ja oft. Und die Einrichtung sollte sich diesen Veränderungen anpassen.“ Etwa, wenn in die Single-Wohnung ein Partner mit einzieht, Kinder geboren werden, laufen lernen oder ihr Elternhauswieder verlassen.

Mit kräftigen Farben für Deko, zum Beispiel Kissen, könne man das Grundfarbkonzept eines Raums immer wieder verändern, so die Interior-Designerin.
Foto: Bettina Klimek

Mit kräftigen Farben für Deko, zum Beispiel Kissen, könne man das Grundfarbkonzept eines Raums immer wieder verändern, so die Interior-Designerin.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

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Alles Anlässe zur Umgestaltung: „Dabei geht es nicht nur um die optische Gestaltung, sondern auch um Sicherheit. Oder um eine Verbesserung der Arbeitsabläufe. Und somit um das Reduzieren von Stress“, erklärt Möller. „Interior-Design muss Sinn machen. Und sollte für jedermann bezahlbar sein.“

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Mehr als guter Geschmack

Um diese Ziele zu erreichen, benötigt Möller mehr als nur guten Geschmack. Darum hat sie sich – neben Beruf und zwei Kindern – bei der Berliner Interior-Designerin Ramona Portugualo ausbilden lassen. Und gleich danach die Wohnung ihres Bruders eingerichtet. Ihre Ideen kamen gut an, über Mund-zu-Mund-Propaganda folgten die nächsten Aufträge.

Zum Beispiel der für eine außergewöhnliche und exklusive Ferienwohnung in Hamburg. Gerade bei einer Wohnung auf Zeit könne eine außergewöhnliche Einrichtung den Ausschlag für eine Miet-Entscheidung geben, ist die Interior-Spezialistin überzeugt. „Ich mag kein 08/15. Diese Wohnung vergisst man nicht. Man erinnert sich nach dem Aufenthalt nicht nur an die Stadt, sondern eben auch an die Wohnung.“

Extravagante Ideen für das Wohnen auf Zeit: In Hamburg hat Jana Möller das Interieur für diese Ferienwohnung designt.
Foto: Jana Möller

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„Wenn ich Häuser oder Wohnungen für Menschen einrichte, geht es mir darum, dass die Personen, die später in der Wohnung oder dem Haus leben, sich wirklich langfristig wohlfühlen“. Um dieses Ziel zu erreichen, geht die 36-Jährige ungewöhnliche Wege. Zum Verständnis der Bedürfnisse ihrer potentiellen Kunden fragt sie im Erstgespräch nach deren Lieblingsfilm und -buch, auch danach, wohin sie am liebsten essen gehen. An die 30 Fragen umfasst der Fragenkatalog, den sie im Rahmen eines Kennenlerngesprächs zusammen mit den Kunden erörtert.

Inspiration durch Reisen und Bücher

Woher bekommt sie ihre Ideen? Möller ist viel gereist. Zwei Semester studierte sie in Alicante, nach dem Abitur lebte sie ein Jahr in New York. „In den USA werden die Häuser ja in der Regel mit der kompletten Einrichtung verkauft. Da ist es wichtig, etwas Persönliches zu integrieren: Einzelstücke mit besonderer Geschichte, den alten Sekretär von Oma zum Beispiel“, betont Möller. Ebenfalls Inspiration für die Interior-Designerin: Bücher. „Ich lese alles: Romane, Biographien, Klassiker. Ich wollte immer ein gutes Allgemeinwissen haben“.

Ob nur ein Grundriss-Vorschlag in schwarz-weiß, eine 3D-Visualisierung in Farbe, eine Shopping-Liste oder sogar Baustellenbesuche mit finaler Deko: Der Kunde bestimmt den Umfang der Beratung. Daran orientieren sich dann Möllers Honorarsätze – und an der Größe des zu gestaltenden Objekts. Grundsätzlich ist ein sogenanntes „Mood-Board“ inkludiert. Das ist eine Art Kollage, die das Farb- und Materialkonzept visualisiert.

Ein „Mood-Board“ visualisiert das Farb- und Materialkonzept.
Foto: Bettina Klimek

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Traum vom eigenen Studio

„Mein Traum ist, irgendwann ein eigenes Studio zu haben“, schaut die 36-Jährige in die Zukunft. „Und ich würde gern mal eine Schule einrichten. Oder die Notaufnahme in einem Krankenhaus. Denn in so einem Umfeld sollte man sich eigentlich wohlfühlen.“ Das könne man aber in den meisten Schulen oder Notaufnahmen nicht. „Viele Menschen unterschätzen die Wirkung des Umfeldes, in dem wir uns aufhalten – oder leben.“

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Sie selbst lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem „gebraucht“ gekauften Wohnhaus in St. Annen. „Mein Mann unterstützt mich nicht nur mental, sondern als Werbetechniker oft auch ganz praktisch. Zum Beispiel, was die Papierauswahl für meine Präsentation angeht.“ Damit sich die Familie wohlfühlt im gekauften Haus, mussten sogar Wände weichen. „Wir haben wirklich viel verändert, auch baulich. Und auf einmal war es stimmig. Das fühlt man einfach!“