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Ab Sommer ist er beim HSV Hamburg – doch vorher will er seine künftigen Bosse und Kollegen noch mal richtig ärgern: Noah Beyer (28) kommt mit klarer Ansage nach Hamburg. „Ich gebe Vollgas für meinen jetzigen Verein“, sagt der Linksaußen des Bergischen HC vor dem Duell Daikin Handball-Bundesliga gegen den HSV (Do., 19 Uhr, Sporthalle Hamburg, live bei Dyn/Anzeige). „Zwei Punkte in Hamburg wären Gold wert“, macht Beyer im Abstiegskampf deutlich. Schon im Hinspiel tat er dem HSV weh: sieben Tore beim 35:32-Sieg, eiskalt auch vom Siebenmeterstrich.
Foto: Dyn
Beyer soll ab Sommer beim HSV eine Schlüsselrolle übernehmen – als Nachfolger von Casper U. Mortensen (36), der in seine Heimat Dänemark zurückkehrt. Für den HSV war Beyer schon lange mehr als nur eine Option. Bereits zu Zeiten beim TuSEM Essen stand er auf dem Zettel, jetzt haben sie ihn bekommen – als „absoluten Wunschspieler“ (Sportdirektor Johannes Bitter/43). Die Zahlen untermauern das: 136 Tore (77 Prozent Wurfquote), konstant auf hohem Niveau. Und genau das möchte er am Donnerstag auch gegen den HSV zeigen.
Beyer ahnt, was ihn erwartet: „Der HSV spielt einen sehr starken und temporeichen Handball. Da müssen wir uns gegenstemmen, kompakt in der Abwehr stehen und dann halt auch ins Tempo gehen.“ Dass der BHC die Großen ärgern kann, bewies er mehr als einmal – zuletzt u.a. gegen Magdeburg (25:27) und die Rhein-Neckar Löwen (25:28).
Der Wechsel im Sommer in den Norden ist für Noah Beyer bewusst gewählt: „Ich wollte nochmal einen neuen Schritt wagen, raus aus der Komfortzone.“ Und er denkt weiter: Europa ist kein Traum, sondern ein Ziel. „Ich glaube, das ist auf jeden Fall möglich“, sagt Beyer über die Perspektive mit dem HSV. „Es sind viele junge, talentierte Spieler mit älteren, erfahrenen Spielern gepaart. Und Toto ist ein sehr, sehr guter Trainer, der die Mannschaft versteht.“

Noah Beyer (28) mit Jogi Bitter (43), Sportdirektor beim HSV Hamburg
Foto: Lea Düffert/HSV Hamburg
Auch persönlich reizt ihn die größere Bühne – und vielleicht gelingt ihm dadurch mehr: der Sprung in die Nationalmannschaft. Beyer, seit Sommer 2024 mit Ann Kathrin verheiratet (Sohn Fritz kam vor acht Monaten zur Welt), durchlief die DHB-Nachwuchsteams, danach war Schluss. „Wir haben in Deutschland sehr, sehr gute Linksaußen“, sagt er und nennt Matthias Musche, Lukas Mertens, Tim Nothdurft und Tim Freihöfer. Doch klar ist auch: „Über einen Anruf würde man sich natürlich immer freuen.“
Besonders freut er sich auf Trainer Torsten Jansen (49) – und gerät ins Schwärmen: „Er war einer der Besten auf Linksaußen, die ich kenne, ein Vorbild für viele Jugendliche und Kinder in meiner Zeit. Seine Abgezocktheit im Spiel und seine Wurfvarianten – da hat man sich schon viel abgeguckt.“ Und wie sieht es mit der Weltklasse-Deckungsarbeit seines künftigen Trainers aus? Hat er sich davon auch etwas mitgenommen? Beyer grinst: „Das wurde jetzt noch nicht so herausgefunden. Ich stehe aktuell nur in der Ecke …“
