Sick, Sie wurden durch die Webserie „Shore, Stein, Papier“ bekannt, in der Sie über Ihre langjährige Drogensucht berichten. In Ihrem zweiten Buch „Räuberpistolen“ erzählen Sie nun von Ihren Raubüberfällen während dieser Zeit. Die sind nach 25 Jahren verjährt. Gilt das auch für die moralische Verantwortung?
Sicher nicht. Ich habe mich oft gefragt, ob ich das überhaupt erzählen oder damit Geld verdienen darf. Bei meinen Raubüberfällen hat sich mein Gewissen am meisten geregt – weil es immer ein menschliches Gegenüber gab. Deswegen ist mir die Brutalität meines sadistischen Mittäters so heftig aufgestoßen, der sich am Leid seiner Opfer ergötzt hat. Aber auch ich habe mit Gewalt gedroht und sie ausgeübt. Das tut mir sehr leid.