DAB Digitalradio See Antenne Bayern; © Antenne Bayern© Antenne Bayern

Bisher können die neun Lokalradios des privaten Hörfunkveranstalters „Radio Group“ in Rheinland-Pfalz nicht im Digitalradio DAB+ senden – mit einer Ausnahme. Das soll sich jetzt aber ändern.

Die neun Lokalradios der Radio Group in Rheinland-Pfalz (Antenne Koblenz, Antene Trier, Antenne Pirmasens, Antenne Zweibrücken, Antenne Kaiserslautern, Antenne Idar-Oberstein, Antenne Bad Kreuznach, Antenne Landau und Antenne Pfalz) sollen bald neben UKW auch alle im Digitalradio DAB+ verbreitet werden. Ermöglicht wird das voraussichtlich durch neue, regionale Multiplexe, die zusammen mit dem öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk betrieben werden sollen.

Wettbewerbsnachteil wird beendet

„Die eingeschränkten Verbreitungsmöglichkeiten im Flächenland Rheinland-Pfalz stellen für uns seit Jahren einen Wettbewerbsnachteil dar“, sagt Geschäftsführer Tim Lauth anlässlich der Veröffentlichung zur Media Analyse. Als einziges der neun lokalen Prorgamme wird Antenne Bad Kreuznach aktuell auf DAB+ in einem lokalen Mux im Raum Bad Kreuznach/Bingen verbreitet. „Da es absehbar keinen privaten Multiplex in Rheinland-Pfalz geben soll, setzen wir künftig auf eine regionalisierte DAB+-Verbreitung mit dem SWR“, so Lauth.

Kommt ähnliches Konzept wie in Berlin/Brandenburg?

Es wäre ein ähnliches Konzept wie es aktuell auch für Berlin und Brandenburg erarbeitet wird. Zwei bisher landesweit ausgestrahlte Multiplexe werden hier in eine regionalisierte Bedeckung mit sechs „Kacheln“ umgewandelt. Hier sollen dann sowohl Programme des rbb als auch private und nicht-kommerzielle Sender verbreitet werden.

Denkbar ist solch eine Lösung auch für Rheinland-Pfalz: Der SWR bräuchte in diesem Fall seine fünf regionalen Versionen von SWR4 nicht mehr landesweit auf DAB+ ausstrahlen, sondern nur eine Variante im jeweiligen regionalen Mux.

Zusammen mit seinen übrigen fünf Programmen, den drei landesweiten, privaten Anbietern bigFM, RPR.1 und Rockland Radio (letzte beide könnten erstmals regionalisieren) und den Lokalradios würden anstelle des bisher landesweiten Multiplexes (Kanal 11A) neue, gemischte Bouquets treten, die in Gesamtheit eine landesweite Verbreitung ermöglichen. Restkapazitäten, sofern vorhanden, könnte die Medienanstalt Rheinland-Pfalz für weitere landesweit oder regional verbreitete Programme ausschreiben.

Starttermin neuer Muxe noch offen

Wann das neue, regionalisierte DAB+-Konzept realisiert wird, ist aber noch offen. Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz hat auf Anfrage lediglich bestätigt, dass man, auch unter Berück­sich­tigung von Rahmen­bedin­gungen im dualen Rund­funk­system, eine Lösung erarbeite, die den Inter­essen von Programm­anbie­tern entge­genkomme und deren Wirt­schaft­lich­keit realis­tisch darstellbar sei.

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