Hape Kerkeling steht als Hausmeister in "Horst Schlämmer sucht das Glück" vor einer Anzeigetafel

AUDIO: Neu im Kino: „Horst Schlämmer sucht das Glück“ (4 Min)

Stand: 26.03.2026 10:35 Uhr

Hape Kerkeling schuf vor über 20 Jahren die Figur Horst Schlämmer, den Journalisten aus Grevenbroich, der bis heute Kultstatus hat. Jetzt kehrt Schlämmer in der Komödie „Horst Schlämmer sucht das Glück“ auf die Leinwand zurück. Ab heute ist der Film in den Kinos.

von Andrea Burtz

„Liebe Menschen da draußen: Die Lage ist dramatisch. In Deutschland regiert die schlechte Laune. Früher hatte ich Rücken. Jetzt hat ganz Deutschland Rücken – und zwar im Gesicht!“ So kann es mit der Stimmung im Land nicht weitergehen, meint Horst Schlämmer. Deshalb macht er sich persönlich in ganz Deutschland auf die Suche nach dem Glück, in einer Reportage nah an den Menschen. Äußerlich hat sich der stellvertretende Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tageblatts“ nicht verändert.

Ich seh‘ doch frischer aus als wie sonst. Hab Selbstbräuner drauf. Nur anne Haare hab ich nix gemacht. Und anne Zähne.

Filmszene

Horst Schlämmer: Lernwillig – aber er bleibt der Alte

Auch Schlämmers Gesinnung ist die alte geblieben. Gleich zu Beginn der Reise will er Anna, die junge Social-Media-Reporterin, die ihn mit der Kamera begleitet, ins Bild holen:

Zeig Dich mal!
Nee.
Is ne Hübsche!
Das macht man nicht mehr, Horst.
Wat?
Das Äußere von Menschen kommentieren.
Gut. Dann nehm ich dat wieder zurück, man ist ja lernwillig. Is keine Hübsche.

Filmszene

„Er ahnt manchmal, dass das nicht so gut ist, was er macht. Das ist schon viel! Eigentlich hat er das Zeug zum besseren Menschen, aber er wird es Gott sei Dank nicht – und so bleibt er lustig“, meint Hape Kerkeling, der Horst Schlämmer vor über 20 Jahren erschaffen hat.

Hape Kerkeling (links) und Meltem Kaptan im Interview mit dem NDR

Hape Kerkeling und Meltem Kaptan sprechen im Interview über den neuen Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“.

Im Interview mit Markus Söder

Unterhaltung und Witz sollen in der Komödie an erster Stelle stehen – nicht die Konfrontation. Egal, ob Horst Schlämmer sich mit Lkw-Fahrerin Roswitha oder mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in der Staatskanzlei unterhält. Warum eigentlich Markus Söder? „Der wollte, der konnte, das war eines der Argumente – vielleicht sogar das Hauptargument“, antwortet Kerkeling. „Er hat keine Fragen bekommen, er hat keinen Zusammenschnitt bekommen. Er hat gesagt: Machen Sie, was Sie wollen und machen Sie daraus, was Sie wollen.“

Und so zieht Horst Schlämmer los: „Na, ich frag‘ den Ministerpräsidenten Söder persönlich. Der glaubt ja, dat das Glück da zu Hause ist.“ Und der CSU-Politiker zeigt sich redselig: „Ich finde es viel zu depressiv, was in Deutschland stattfindet. Bei uns ist immer nur schlechte Laune. Bei uns wird immer nur gemault. Deswegen wünsche ich mir manchmal auch ein bisschen mehr Optimismus.“

 Philipp Schmid und Tim Helssen (als Horst Schlämmer mit Perücke und Bart)

Trenchcoat, auffälliges Gebiss, und Handtäschchen: NDR Reporter Tim Helssen mimt zum Kinostart die Kerkeling-Kultfigur.

Szenen mit spontanem Charakter

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ ist ein episodisches Roadmovie: Besuch bei einer Domina, Bootsfahrt mit einem Krabbenfischer, der kein Hochdeutsch spricht, zu Gast bei Kardinal Woelki. Nicht alle Kapitel sind witzig. Die Gespräche bleiben versöhnlich und sind dann am besten, wenn Horst Schlämmer unerwartet einen Spruch riskiert. „Es gibt in kaum einer Szene nicht einen Moment, der nicht aus der Spontaneität entstanden ist“, berichtet Hape Kerkeling, „und das gibt dem Zuschauer hoffentlich auch das Gefühl, obwohl alles durchinszeniert ist, dass er doch immer auch an etwas Spontanem teilhat.“

Kerkeling: „Ein Plädoyer für Kitsch, für Trash“

Hape Kerkeling als Horst Schlämmer steht essend am Buffet

Horst Schlämmer mischte Spielshows und Politrunden auf und zog bereits 2009 im Kinofilm „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ in den Wahlkampf.

Im Kontrast dazu stehen kurze Hochglanzproduktionen fiktiver Fernsehserien aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Die schaut sich Horst Schlämmer während der Reise auf YouTube an. In jeder der liebevoll gestalteten Episoden ist Hape Kerkeling in einer anderen Rolle zu sehen. „Ich bin mit ‚Traumschiff‘, ‚Schwarzwaldklinik‘, ‚Rivalen der Rennbahn‘, ‚Die Guldenburgs‘ aufgewachsen. Es gab nichts anderes“, sagt Kerkeling. „Das muss ich doch als mein kulturelles Erbe akzeptieren. Deswegen ist aus mir kein schlechter Mensch geworden. Es hat die Wenigsten von uns zu Unmenschen gemacht und deshalb ist es auch ein Plädoyer für Kitsch, für Trash. Es muss nicht alles immer hochtrabend sein.“

„Horst Schlämmer sucht das Glück““ ist mehr versöhnliche Komödie, denn Pointenfeuerwerk. Auch wenn die Hauptfigur aus der Zeit gefallen ist – den grundehrlichen Horst Schlämmer würden wir vermissen:

Diese Stille… dat is langweilig! Und du bist sicher, dat hier glückliche Menschen leben? Oder überhaupt Menschen? Ich sehe nur Schafe! Und Bockmist! Wo winkt denn jetzt dat Glück?

Filmszene

 Philipp Schmid und Tim Helssen (als Horst Schlämmer mit Perücke und Bart)

Trenchcoat, auffälliges Gebiss, und Handtäschchen: NDR Reporter Tim Helssen mimt zum Kinostart die Kerkeling-Kultfigur.

Hape Kerkeling und Meltem Kaptan im Talk sprechen in der NDR Talk Show am 20. März 2026.

Hape Kerkeling und Meltem Kaptan kehren auf die Leinwand zurück – gemeinsam sind sie im Kinofilm „Horst Schlämmer sucht das Glück“ zu sehen.

Hape Kerkeling steht als Hausmeister in "Horst Schlämmer sucht das Glück" vor einer Anzeigetafel

Horst Schlämmer sucht das Glück

Genre:
Komödie

Produktionsjahr:
2026

Produktionsland:
Deutschland

Zusatzinfo:
Mit Hape Kerkeling, Jördis Triebel, Eva Habermann, Meltem Kaptan, Jochen Busse und anderen.

Regie:
Sven Unterwaldt Jr.

Länge:
93 Minuten

Altersempfehlung:
ab 6 Jahren

Kinostart:
26. März 2026