Die besondere Begabung der deutschen Regisseurin Lucia Bihler konnte man hierorts schon 2024 an Kafkas „Verwandlung“ studieren: Ein klassischer Text wurde bilderstark auf seine Essenz verdichtet, ohne das Werk und seine Sprache zu verraten. Im Umgang mit Horváths „Glaube, Liebe, Hoffnung“ (1933) vertraut die Inszenierung nun einer simplen, aber schlüssigen Grundidee. Eine junge Frau, vielleicht eine Außerirdische, stürzt in die Hölle, lokalisiert in einer Geisterbahn mit bleckendem Maul, besiedelt von primatenhaften Teufeln, die sie mit einem perfiden Verfahren zu Tode quälen: Stets täuschen sie der Verzweifelten Rettung aus dem sozialen Elend vor, um sie dann umso grausamer von allen Illusionen zu entblößen.