Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com plant die Übernahme der deutschen Media Markt-Mutter Ceconomy. Österreichische Behörden erschweren das aber. Nun droht Media Markt mit dem Rückzug aus Österreich, wie eine Sprecherin der „Presse“ bestätigt.

Der chinesische Tech-Gigant JD.com greift nach der deutschen Media-Markt-Mutter Ceconomy. Das deutsche Kartellamt hat die Übernahme der MediaMarkt/Saturn-Muttergesellschaft Ceconomy bereits freigegeben. Auch die Behörden in Italien und Frankreich stimmten dem Deal zu – nur Österreich nicht, wie die „Krone“ am Freitagabend zuerst berichtete. Eine Ceconomy-Sprecherin bestätigte den möglichen Rückzug gegenüber der „Presse“.

In Österreich müsse das Wirtschaftsministerium diese „ausländische Direktinvestition“ genehmigen, heißt es. Hierzulande gebe es „Sicherheitsbedenken“, vor allem wegen des Datenschutzes. Auch Jan Niclas Brandt, der in wenigen Monaten den aktuellen Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner ablösen wird, sei bereits auf das Ministerium zugegangen. Er habe versichert, dass die Arbeitsplätze trotz der Übernahme bleiben und auch die Eigenständigkeit der Marke erhalten bleibe.

Wenn Österreich seine Position nicht ändert, werde JD.com seine Pläne überdenken. Für Brandt bleibt die letzte Option der Rückzug aus Österreich. Im Firmenumfeld gehe man nicht mehr davon aus, dass der Deal im ersten Halbjahr über die Bühne geht.

JD.com scheint den Deal unbedingt abschließen zu wollen, selbst wenn die österreichische Media Markt-Sparte außen vor bleibt. Die Media Markt/Saturn-Mutter Ceconomy hat Handelsfilialen in elf Ländern in Europa.

Wird die Übernahme ohne Österreich durchgeführt, ist die Zukunft von Media Markt in Österreich ungewiss. Die Anstellung von den 2000 Beschäftigten in den 56 Geschäften in Österreich könnte auf dem Spiel stehen, wenn sich für diese Geschäfte dann kein Käufer findet. Zuletzt machte das Unternehmen 1,3 Mrd. Euro Umsatz im Land.

JD.com hält mittlerweile knapp 60 Prozent der Aktien. Gemeinsam mit dem Partner Convergenta hat sich JD.com eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent an Ceconomy gesichert. JD.com ist eines der größten Unternehmen weltweit mit einem Jahresumsatz von 153 Mrd. Dollar.

Vor kurzem wurde auch bekannt, dass sich der Ceconomy-Konzernchef Kai-Ulrich Deissner „aus persönlichen Gründen“ zurückziehen wird. Den JD.com-Deal wolle er aber noch vollständig „über die Ziellinie ziehen“, sagte er vor Kurzem zur „Presse“.

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