Die Further staunten nicht schlecht, als plötzlich Internet und Handy nicht funktionierten, dafür aber vermummte Polizisten die Menschen aufforderten, dass sie die Häuser nicht verlassen und die Hausbeleuchtungen ausmachen sollen.

Über das Vorhaben der Polizei und der Cobra gab es keine Informationen, nur, dass man sich an die Anordnungen zu halten habe. Ein paar Stunden dauerte der Zauber, dann zogen die Beamten wieder von dannen und wie es so ist, wenn man keinerlei Informationen bekommt, hielten wilde Spekulationen Einzug.

Am wahrscheinlichsten wurde angenommen, dass in einem vermieteten Haus Drogen hergestellt wurden. In der zweiten Variante hieß es, dass es sich um Wilderei gehandelt haben könnte. Als Drittes war noch im Umlauf, dass ein großes Waffenlager ausgehoben worden sein soll.

Die Polizei hüllte sich einige Tage in Schweigen.

Drogenlabore in NÖ und Wien entdeckt: Drei Festnahmen

Vier Tage später später kommt dann die Aufklärung: Nach Hinweisen des Bundeskriminalamtes ist einer Tätergruppe die Einfuhr größerer Mengen an Vorläuferstoffen zur Herstellung von Suchtmitteln nach Österreich vorgeworfen worden. Die Information erreichte den Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität des Landeskriminalamtes Niederösterreich am 19. März.

Ermittler lokalisierten in den darauffolgenden Tagen ein mögliches Labor in einem angemieteten Gehöft im Gemeindegebiet von Furth an der Triesting. Zudem stießen sie auf eine weitere Produktionsstätte sowie einen Suchtmittelbunker in einem Mehrparteienhaus in Wien-Leopoldstadt.

Koordinierte Zugriffe in NÖ und Wien

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien erfolgten am 23. März koordinierte Zugriffe auf die Örtlichkeiten. Aufgrund der erhöhten Gefährdung durch die chemischen Prozesse unterstützten Bedienstete des Bundeskriminalamtes und des Einsatzkommandos Cobra die Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes Niederösterreich.

Dabei wurden ein 42-jähriger und ein 39-jähriger österreichischer Staatsbürger vorläufig festgenommen. Bei den mehrstündigen Durchsuchungen stellten die Ermittler große Mengen bereits hergestellter Amphetaminpaste, Methamphetamin, Laborutensilien, Chemikalien und weitere Suchtmittel sicher. Auch zwei als gestohlen gemeldete Faustfeuerwaffen wurden entdeckt.

Weitere Tatverdächtige gefasst

Durch intensive Fahndungsmaßnahmen gelang es den Kriminalisten, am 24. März eine weitere Beschuldigte auszuforschen. Die 51-jährige polnische Staatsbürgerin ohne aufrechten Wohnsitz im Bundesgebiet wurde in Wien-Brigittenau festgenommen.

Bei den durchgeführten Einvernahmen zeigten sich die Festgenommenen nicht geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden alle drei Beschuldigten in die Justizanstalt Josefstadt überstellt.

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Große Mengen an hergestellter Amphetaminpaste, Methamphetamin, Laborutensilien, Chemikalien sowie größere Mengen an Suchtmitteln wurden sichergestellt.

Große Mengen an hergestellter Amphetaminpaste, Methamphetamin, Laborutensilien, Chemikalien sowie größere Mengen an Suchtmitteln wurden sichergestellt.

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Foto: LPD NÖ

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Cobra-Einsatz in Furth

Drogenlabore in NÖ und Wien entdeckt: Drei Festnahmen.

Große Aufregung herrschte in der Nacht vom 23. auf den 24. März in der Gemeinde Furth. Es fand ein Großeinsatz von Polizei und Cobra statt – die hüllten sich anfangs in Schweigen. Jetzt steht fest: Es wurden Amphetaminlabore ausgehoben und dabei Waffen und Drogen entdeckt.