DS Automobiles zelebriert die Rückkehr der französischen Extravaganz im neuen Kompakt-SUV No 4.

Fragt man österreichische Autofreunde nach europäischen Premiummarken, dann fallen die Namen Audi, BMW und Mercedes wie aus der Pistole geschossen – je nach persönlicher Affinität nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

Aber war da nicht noch etwas? Nach einigem Zögern wird vielleicht Maserati genannt, aber nur echte Auto-Aficionados sagen DS Automobiles. Die französische Marke, hervorgegangen von Citroën (der Name DS ist eine Hommage an „die Göttin“, den 1955 vorgestellten Citroen DS) ist hierzulande wenig bekannt.

 Clemens Fabry

Etwa 40 Prozent seiner Fahrzeuge verkauft die Marke, die zum Stellantis-Konzern gehört, naheliegenderweise in Frankreich. Viele Käufer findet man auch in Italien, das historisch einen Bezug zu schönen, besonderen Autos hat. In Österreich bleibt DS Connaisseurs vorbehalten.

Die Nobelmarke von Stellantis macht nun einen Neustart, der mit den Modellnamen beginnt – aus dem DS 4 wird der DS No 4 – und über dezente Änderungen außen und innen weitergeht.

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Das bringt zum Beispiel im No 4 eine Frontpartie, die vom Flaggschiff DS No 8 inspiriert ist. Sie wirkt mit markanten, vertikalen LED-Lichtsignalen fast schon theatralisch. Ein technischer Exzess, der im Rückspiegel des Vordermanns für ordentlich Überholprestige sorgt.

Natürlich gehören zu einem hübschen Design bündig versenkte Türgriffe, die uns langsam ähnlich stören wie dynamische Blinker. Dank chinesischer Sicherheitsvorschriften sind sie vielleicht ohnehin bald bei allen Herstellern Geschichte.

Die Türgriffe fahren einseitig aus

Die Türgriffe fahren einseitig aus Clemens Fabry

Im Interieur setzt sich die französische Inszenierung fort. Während die deutsche Konkurrenz oft im digitalen Funktionalismus erstarrt, zelebriert DS das Handwerk. Das Nappa-Leder im Uhrenarmband-Design ist haptisch eine Sensation, die versteckten Lüftungsdüsen („DS Air“) sorgen für eine saubere Optik. Dass die Ergonomie dabei manchmal der Ästhetik untergeordnet wird – etwa bei den hoch oben in den Türbrüstungen platzierten Fensterhebern –, verzeiht man dem Franzosen.

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Unter der wohlgeformten Haube arbeitet beim Hybridmodell ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit einem im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten Elektromotor. Die Systemleistung dieser beiden Antriebe liegt bei 145 PS, was auf dem Papier bescheiden klingt, doch die Charakteristik überzeugt im Alltag.

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Die elektrische Unterstützung spielt ihre Stärke vor allem im Stadtverkehr aus, hier gleitet man oft lautlos und emissionsfrei dahin. In unserem Test stand am Ende ein Verbrauch von 5,3 Litern auf 100 Kilometer. Das Fahrverhalten ist französisch: Komfort kommt vor Härte und Sportlichkeit.

Der DS No 4 kostet im Aktionspreis aktuell ab 27.650 Euro, der Listenpreis beginnt bei 38.280 Euro.

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