Einen solchen Glücksfall stellt auch Ric Roman Waughs Greenland dar. Der liest sich zunächst wie ein typischer, übertriebener Roland Emmerich-Katastrophenfilm. Doch was Hauptdarsteller Gerard Butler und seine Filmpartnerin Morena Baccarin aus dieser Idee herausholen, ist ein kleines Wunder. Diesem Wunder könnt ihr am 28. März 2026 um 20:15 Uhr beiwohnen. Dann wird Greenland bei ZDFneo ausgestrahlt. Ansonsten steht der Film mit verschiedenen Streaming-Optionen zur Verfügung.
In Greenland muss Gerard Butler seine Familie vor einem weltvernichtenden Kometeneinschlag retten
Jons (Butler) kleiner Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) ist begeistert: Ein Komet soll an der Erde vorbeiziehen. Laut Wissenschaftlern sollen sich nur ein oder zwei Splitter von ihm abspalten und harmlos, aber spektakulär im Atlantik einschlagen. Doch die Freude der Bevölkerung wird im Keim erstickt, als sich der Komet hundertfach teilt. Plötzlich regnet es Zerstörung vom Himmel.
Als der erste Kometensplitter Florida trifft und die Großstadt Tampa in ein brennendes Höllenloch verwandelt, bricht Chaos aus. Doch Jon erhält eine Nachricht auf sein Handy: Er, seine Frau Allison (Baccarin) und Nathan wurden ausgewählt, mit einem Militärtransport in einen geheimen Bunker in Grönland gebracht zu werden. Dort sollen sie die anstehende Auslöschung von über 75% des Lebens auf der Erde überstehen.
Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn das sich immer weiter ausbreitende Chaos reißt die Familie schon bald auseinander. Doch weder Jon noch Allison sind bereit, aufzugeben. Entgegen allen noch so widrigen Umständen kämpfen sie sich weiter durch, um ihre Familie in Sicherheit zu bringen.
Gerard Butler und Morena Baccarin machen aus einer selten dämlichen Idee einen emotionalen Kampf ums Überleben
Die große Stärke von Greenland ist seine emotionale Schlagkraft. Zu jeder Sekunde ist spürbar, wie hilflos eine globale Katastrophensituation sich anfühlt – ein erschreckend reales Erlebnis. Wir sehen, wie nackte Verzweiflung uns zerstören oder über uns hinauswachsen lassen kann. Dabei sehen wir die Gewalt und Grausamkeit, aber auch die bedingungslose Hilfsbereitschaft, zu der Menschen fähig sind.
Das stellen Butler und Baccarin fantastisch und glaubwürdig dar. An mehr als nur einer Stelle werden sie vor Entscheidungen gestellt, die uns aktiv das Herz brechen. Der Schmerz einer Familie, gerade in einer solchen Situation auseinandergerissen zu werden, steht hier allen ins Gesicht geschrieben und gerade Butler spielt so erfrischend ehrlich wie schon lange nicht mehr.
Als großer Bonus leiden die Figuren hier übrigens nicht unter den gängigen Dummheitsanfällen, die Charaktere in Horror- oder Katastrophenfilmen gerne einmal heimsuchen. Es wird sinnvoll kommuniziert, unnötige Risiken werden nach Möglichkeit vermieden. Es gibt genau ein Ziel, auf das alle konsequent hinarbeiten: gemeinsam überleben.
Dieser Artikel ist in ähnlicher Form erstmals im März 2024 auf Moviepilot erschienen.