Ein Verein aus Ungarn, einer aus Österreich, einer aus Slowenien und einer aus Italien. Das Halbfinale der win2day ICE Hockey League ist divers wie noch nie.
Zum ersten Mal seit die Liga in der Saison 2006/07 über die österreichischen Landesgrenzen hinaus erweitert wurde, sind alle teilnehmenden Länder in der Vorschlussrunde vertreten.
Es ist kein Zufall, dass diese Entwicklung mit Blick auf die A-WM im Mai zusammenfällt, bei der alle vier Nationen erstmals gemeinsam vertreten sein werden.
Und die ICE Hockey League (=International Central European Hockey League) wird ihrem Namen damit endlich gerecht.
Ein neuer Meister
Hinzu kommt, dass alle sechs bisherigen Titelträger – KAC, VSV, Black Wings Linz, Vienna Capitals, Red Bull Salzburg und HC Bozen – bereits ausgeschieden sind.
Bedeutet: Spätestens am 29. April wird ein neues Team erstmals zu Meisterehren kommen. Die Graz99ers, der HC Pustertal, Olimpija Ljubljana und Fehervar AV19 sind die verbliebenen Anwärter auf die Karl Nedwed Trophy.
Eines haben alle vier Teams bereits geschafft: Euphorie zu entfachen. In Graz waren die Tickets für die Halbfinal-Spiele 1 und 3 binnen drei Minuten ausverkauft, in Bruneck und Ljubljana sind ebenfalls alle Tickets vergriffen. Und Fehervar kratzt an der 5.000er-Marke.
Zittern beim ORF
Beim ORF werden hingegen einige Stoßgebete gen Himmel geschickt werden, damit die Graz99ers ins Finale einziehen.
Sonst droht dem einzig verbliebenen TV-Partner der Super-GAU – eine Serie a la Fehervar gegen Ljubljana, dann vielleicht sogar über die volle Distanz, würde die ohnehin nicht zufriedenstellenden Quoten noch tiefer in den Keller stürzen lassen.
Bis zu 30 Spiele wollte der Öffentliche Rundfunk auf den Sendern ORF 1 und ORF Sport + in der aktuellen Spielzeit übertragen. 20 Partien wurden inzwischen ausgestrahlt, vier der angekündigten acht im reichweitenstärkeren „Einser“.
Am Sonntag kommt Halbfinal-Spiel 1 zwischen den 99ers und Fehervar dazu. Einen Besuch vorher in der Sonntagsmesse gibt die Startzeit (15:15 Uhr) durchaus her.
Während der ORF auf göttliche Hilfe hofft, kann der Liga im Sinne der Attraktivität gar nichts Besseres passieren, als dass die Meisterschaft nicht wie gewohnt von den „üblichen Verdächtigen“ ausgespielt wird.
Was passiert in Salzburg?
Die Selbstfaller von Salzburg und dem KAC machten dies möglich. Tabula rasa ist beim entthronten Serienmeister und seinem Final-Gegner der letzten beiden Jahre jedoch nicht angesagt.