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Palm Beach (USA) – An der Residenz von US-Präsident Donald Trump (79) in Palm Beach ist ein bewaffneter Eindringling vom Secret Service erschossen worden. Er sei in den Sicherheitsbereich von Mar-a-Lago, so der Name des Luxusanwesens, eingedrungen.
Nach Angaben des US-Geheimdienstes wurde der Mann am Nordtor des Geländes mit einer Schrotflinte und einem Benzinkanister gesehen. Er sei daraufhin von Agenten des Secret Service und einem Deputy des Palm Beach County Sheriff’s Office erschossen worden, teilte die Behörde am Sonntag mit. Laut Sheriff Ric Bradshaw wurde der Mann am Tor gestoppt und aufgefordert, Waffe und Kanister fallen zu lassen. „Daraufhin stellte er den Benzinkanister ab und brachte das Gewehr in Schussposition“, sagte Bradshaw. Zwei Secret-Service-Agenten und ein stellvertretender Sheriff hätten daraufhin geschossen, um die Bedrohung zu neutralisieren.
Trump, der häufig seine Wochenenden in dem Resort verbringt, hielt sich zum Zeitpunkt des Vorfalls mit seiner Frau Melania (55) in Washington im Weißen Haus auf. Nach Angaben des Secret Service ereignete sich der Zwischenfall gegen 1.30 Uhr in der Nacht zu Sonntag. Der Eindringling stamme aus dem US-Bundesstaat North Carolina. Seine Familie habe ihn wenige Tage zuvor als vermisst gemeldet, sagte Secret-Service-Sprecher Anthony Guglielmi. Aus Ermittlungskreisen hieß es, bei dem Mann handele es sich um den 21-jährigen Austin M.

Der mutmaßliche Täter Austin M. (21). – beim Versuch auf das Trump-Anwesen zu gelangen, wurde er erschossen
Foto: x
Ermittler gehen davon aus, dass der Mann North Carolina verließ und in Richtung Süden fuhr. Auf dem Weg habe er eine Schrotflinte erworben. Die Verpackung der Waffe sei in seinem Fahrzeug sichergestellt worden. Er nutzte nach Behördenangaben das Nordtor, als gerade ein anderes Fahrzeug das Gelände verließ.

Auf einer kurzen Pressekonferenz am Sonntagmorgen (Ortszeit) präsentierten die Ermittler ein erstes Foto der Schrotflinte und des Benzinkanisters – leider kaum erkennbar
Foto: PBCountySheriff/X
Ein Motiv ist bislang unklar. Die Ermittler arbeiten nach eigenen Angaben an einem psychologischen Profil des Getöteten. Auf die Frage, ob der Mann den Strafverfolgungsbehörden bereits bekannt gewesen sei, sagte Palm-Beach-County-Sheriff Ric Bradshaw: „Derzeit nicht.“
Die Bundespolizei FBI bat Anwohner in der Nähe von Mar-a-Lago, mögliche Aufnahmen ihrer Überwachungskameras zu überprüfen. FBI-Direktor Kash Patel erklärte auf der Plattform X, das FBI werde alle notwendigen Ressourcen für die Ermittlungen einsetzen.
Am Wohnort des Verdächtigen im Ort Cameron (North Carolina) blockierten Fahrzeuge am Sonntagnachmittag die Zufahrt zu einem Grundstück, an dem der 21-Jährige gewohnt haben soll. Ein Cousin des Getöteten beschrieb ihn als ruhig. Er habe Angst vor Waffen gehabt und stamme aus einer Familie begeisterter Trump-Anhänger. Über Politik habe er nicht gesprochen.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte auf X, der Secret Service habe schnell und entschlossen gehandelt, um einen bewaffneten „Verrückten“ zu neutralisieren. Zugleich machte sie demokratische Abgeordnete für die ausgelaufene Finanzierung des Heimatschutzministeriums verantwortlich. „Es ist beschämend und rücksichtslos, dass die Demokraten beschlossen haben, ihr Ministerium lahmzulegen“, schrieb sie.
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Quelle: BILD21.10.2020