Non-planare FDM-Drucker sind bislang meist experimentelle Aufbauten, die eher als Entwicklungsplattform dienen als praxistaugliche Maschinen. Der Archer, ein von dem Maker „multipoleguy” entwickelter Fünfachs-Drucker, geht einen anderen Weg: Er kombiniert nicht-planares Drucken mit automatischem Werkzeugwechsel und liefert dabei Ergebnisse, die sich optisch mit denen etablierter CoreXY-Konstruktionen messen können.
Das Herzstück der Kinematik ist ein Druckbett, das auf drei Kugelgelenken lagert, zwei auf einer Seite, eines mittig auf der gegenüberliegenden. Jedes Gelenk lässt sich unabhängig auf einer eigenen Schiene anheben und absenken. Dadurch kippt das Bett auf zwei Achsen, was in Kombination mit dem CoreXY-Portalsystem insgesamt fünf Bewegungsachsen ergibt. Allerdings schränkt die Baugröße der Extruder den möglichen Neigungswinkel ein, sobald der Druckkopf nah am Bett arbeitet. Weiter außen sind deutlich steilere Winkel erreichbar.
Vier Hotends wechselt der Archer automatisch aus. Das stellt den Entwickler vor ein Purge-Problem: Steht ein Werkzeugkopf im Dock, steigt die Temperatur in der Schmelzkammer über den normalen Betriebswert, was zu Fadenziehen beim erneuten Einsatz führt. Als Gegenmaßnahme führt die Firmware eine längere Reinigungssequenz durch, je länger ein Hotend unbenutzt im Dock stand. Das Ergebnis dieser Optimierung ist bemerkenswert: Eine dreifarbige Doppelhelix mit 830 Werkzeugwechseln ließ sich mit gerade einmal sechs Gramm Purge-Abfall drucken.
Parallel zur Hardware entwickelt „multipoleguy” einen eigenen Slicer namens MaxiSlicer, der die nicht-planare Kinematik unterstützt. Die Software befindet sich noch in aktiver Entwicklung, zeigt aber bereits funktionsfähige Ergebnisse. Die Kombination aus fünf Achsen, Mehrfarbdruck und eigenem Slicer macht den Archer zu einem der vollständigsten nicht-planaren FDM-Projekte im Maker-Umfeld.
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