Der Triumphzug von Aprilia setzte sich auch in den USA fort. Marco Bezzecchi eroberte auf dem Circuit of The Americas in Austin souverän den fünften Start-Ziel-Sieg in Folge. Mit Jorge Martin auf Platz zwei feierte Aprilia den zweiten Doppelsieg innerhalb einer Woche. KTM-Star Pedro Acosta eroberte den letzten Podestplatz.
„Ich bin glücklich, sehr glücklich“, sagt Bezzecchi zu seiner aktuellen MotoGP-Dominanz. „Gestern habe ich einen Fehler gemacht, deshalb war es wichtig, heute ein gutes Rennen zu fahren. Die Stimmung hier in Texas war großartig. Danke an die Fans für die Unterstützung.“
„Danke auch an mein Team: Gestern war ich sehr enttäuscht, aber sie haben mir den extra Push gegeben, heute zurückzuschlagen. Ich freue mich auch für Jorge, er hat sich das verdient. Wir müssen so weitermachen.“
Beim Start zum Grand Prix über 20 Runden übernahm Acosta in Kurve 1 zunächst die Führung vor Bezzecchi. Es folgten Martin, Marc Marquez (Ducati), Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Francesco Bagnaia (Ducati).
In Kurve 11 machte Acosta einen Fehler und geriet am Kurvenausgang zu weit nach außen. Bezzecchi stach nach innen, es kam zu einer seitlichen Berührung mit der KTM, aber der Aprilia-Fahrer übernahm trotzdem die Führung.
Bei Bezzecchis Motorrad wurden dabei die Luftleitelemente im Heck beschädigt. Dennoch setzten sich Bezzecchi, Acosta und Martin an der Spitze etwas ab. Da Bezzecchi die ersten drei Runden anführte, stellte er einen neuen Rekord mit zu diesem Zeitpunkt 104 Führungsrunden in Folge auf.
Bei den Verfolgern setzte sich Di Giannantonio durch und war Vierter. Marc Marquez verlor in der Anfangsphase Zweikämpfe und fiel auf Platz sieben zurück. In der vierten Runde absolvierte er seine Long-Lap-Strafe für den Crash mit „Diggia“ im Sprint und ordnete sich als Elfter wieder ein.
An der Spitze setzte sich Bezzecchi nach dem ersten Renndrittel um mehr als eine Sekunde von Acosta ab. Eine brenzlige Situation gab es in Kurve 1: Martin wäre das Vorderrad beinahe eingeklappt. Er konnte es retten, verlor dadurch jedoch etwas den Kontakt zur KTM.
Ai Oguras Vormarsch wird von Defekt gestoppt
Ab Platz drei bildete sich eine Dreiergruppe mit Martin, Di Giannantonio und Bagnaia. Bei Rennhalbzeit war Marc Marquez Neunter. Vor allem Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) war zusehends auf dem Vormarsch und kam der Dreiergruppe ab Platz drei näher.
In Runde 11 schnappte sich Ogura den fünften Platz von Bagnaia. Er setzte den Vormarsch fort. In der 13. Runde bremste der Japaner in Kurve 12 Di Giannantonio aus und war neuer Vierter. An der Spitze baute Bezzecchi derweil seinen Vorsprung auf über eineinhalb Sekunden aus.
Zu Beginn der 14. Runde machte Acosta in Kurve 1 einen Fehler, den Martin nutzte. Somit führten beide Aprilia-Werksfahrer das Rennen an. In Runde 15 rollte Ogura auf der langen Gegengeraden mit technischem Problem aus. Damit war die Entscheidung im Spitzenfeld gefallen.
Aprilia dominiert die MotoGP
Als erst siebter Fahrer in der Geschichte der Königsklasse feierte Bezzecchi fünf Grand-Prix-Siege in Folge. Mit Martin auf Platz zwei jubelte das Aprilia-Werksteam so wie am vergangenen Wochenende über einen Doppelsieg. Bezzecchi führt die WM nun vier Punkte vor Martin an (zur WM-Wertung).
Nach dem Sieg im Sprint ist Martin dennoch überglücklich, dass er wieder zur Spitze zählt: „Dieses Wochenende war unglaublich, ähnlich wie in Brasilien. Ich hatte schon vorher ein gutes Gefühl, das Motorrad war stark. Danke an alle.“
„Marco war heute unschlagbar, ich habe mein Bestes gegeben. Er war einfach auf einem anderen Level. Ich habe versucht, ihn einzuholen, aber ich glaube, die erste Runde hat mir das Rennen gekostet. Trotzdem: ein unglaubliches Wochenende. Danke, Texas!“
Acosta sorgte mit Platz drei für Jubel in der KTM-Box. CEO Gottfried Neumeister war an diesem Wochenende in der Box zu Gast. „Die erste Runde war nicht gerade ruhig“, spricht Acosta die Berührung mit Bezzecchi an.
„Aber ich bin glücklich, denn die Jungs mussten nach meinem Sturz im Warm-up ein neues Motorrad aufbauen. Die wahren Helden des Wochenendes sind sie, die Jungs in Orange. Ich bin froh, wieder auf dem Podium zu stehen. Wir müssen zufrieden sein.“
Ducati ohne Chance auf das Podium
Mit sieben Sekunden Rückstand war Di Giannantonio als Vierter der beste Ducati-Fahrer. Dahinter tobte in der Schlussphase ein spannendes Duell um Platz fünf. Schließlich setzte sich Marc Marquez gegen Enea Bastianini (Tech3-KTM) durch und wurde Fünfter.
Alex Marquez (Gresini-Ducati) kam als Siebter ins Ziel, gefolgt von Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia), Luca Marini (Honda) und Francesco Bagnaia (Ducati).
Die Plätze elf bis 14 gingen an Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati), Brad Binder (KTM), Diogo Moreira (LCR-Honda) und Franco Morbidelli (VR46-Ducati).
Bester Yamaha-Fahrer war Toprak Razgatlioglu (Pramac), der als 15. seinen ersten WM-Punkt sammelte (zum Rennergebnis).
Drei Fahrer kamen nicht ins Ziel. Neben Ogura waren das die Honda-Fahrer Joan Mir und Johann Zarco, die durch Stürze ausschieden.
Da der Grand Prix von Katar aufgrund des Iran-Krieges in den November verschoben wurde, folgt für die MotoGP nun eine längere Pause. Der Grand Prix von Spanien in Jerez findet vom 24. bis 26. April statt (zum MotoGP-Kalender).
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