Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Tanker-Kapitän von russischer Schattenflotte droht Haft
Aktualisiert am 29.03.2026 – 19:27 UhrLesedauer: 24 Min.
Der Öltanker „Boracay“, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird: Frankreich setzte das Schiff im Herbst fest. (Quelle: Damien Meyer)
Ein russischer Kapitän muss sich in Frankreich verantworten. Etwa 40 russische Tanker stecken in der Ostsee fest. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der Kapitän, der auf See unterwegs ist, erschien nicht selbst vor Gericht, sondern ließ sich von einem Anwalt vertreten. Der erklärte, das französische Gericht sei nicht zuständig, da die Marine den Tanker in internationalen Gewässern aufgebracht habe. Der Tanker wurde laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die „Boracay“ transportierte nach Vermutung der Staatsanwaltschaft Öl von Russland nach Indien. Sie konnte ihre Fahrt nach einigen Tagen fortsetzen.
Nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens sind Mutmaßungen, wonach der Tanker zuvor beim Passieren der dänischen Küste in Drohnen-Störfälle verwickelt gewesen sein könnte. Diese führten vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zu erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs. Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.
Bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind nach offiziellen Angaben drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten war ein 13-jähriger Junge, teilte der regionale Militärverwalter Wadim Filaschkin auf Telegram mit. Weitere sieben Bewohner im Alter zwischen 20 und 85 Jahren seien verletzt worden. Durch die Explosion der Fliegerbombe seien mehrere Wohngebäude beschädigt worden. Möglicherweise gebe es unter den Trümmern weitere Opfer. „Alle zuständigen Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz“, schrieb Filaschkin.
Nach einem Bericht der Agentur Unian wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kinderspielplatz in der Region Mykolajiw im Süden der Ukraine zehn Menschen verletzt, unter ihnen acht Kinder. Ein 13-jähriges Mädchen sei wenig später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben, teilten die Ermittlungsbehörden mit.
